Welcome to my world.

Wir sind Sonnenblumen

Oder wie der Titel vor vielen Jahren im Original hieß: Regen und Sonne.
Da meine kleine Geschichte am vergangenen Sonntag so gut bei Euch ankam, hab ich nochmal in meinem Büchlein aus Kindertagen geblättert und noch zwei kurze Geschichten oder viel mehr Gedanken daraus ausgesucht. Ich bin gespannt, wie sie Euch gefallen.

2893048966_5041f5b772_oWir sind wie Sonnenblumen. Wir richten unser Gesicht zur Sonne aus, die uns Wärme gibt und auch Geborgenheit. Aber Blumen brauchen auch Regen. Ohne ihn gäbe es weder Wachsen noch Leben.

Wenn er zu hart wäre, könnten unsere Blätter und Blüten zwar knicken, aber ohne ihn erst gar nicht aufblühen. Wir müssen uns unseren Problem, Ängsten und auch Sorgen stellen; sie sind nur Herausforderungen und sie werden uns weiterbringen und groß machen. Wachsen lassen. Auch sonnige Tage sind wichtig, aber gäbe es nur solche, würden wir schnell vertrocknen; aber ohne solche Tage würden wir ertrinken. Wir brauchen beides.

Doch wenn wir im Regen stehen, sollten wir immer nach der Sonne suchen, denn sie ist noch immer da. Sie ist nur versteckt, doch wir können sie trotzdem finden. Sie kann uns wieder von der Nässe der Regenwolken befreien und sie wird uns mit ihren Strahlen trocknen und zum blühen bringen.

Dieser erste Text drehte sich um uns selbst und darum, wie wir unser Leben mit allen Hochs und Tiefs wahrnehmen. Der zweite Text dreht sich um das Miteinander, um die Wahrnehmung unseres Gegenübers und was dabei wirklich wichtig ist.

Hören, Sehen, Fühlen

Wenn man einem Menschen zuhört, ist das nicht der einzige Weg, ihn zu verstehen, sich mit ihm zu unterhalten. Nicht nur mit den Ohren kann man hören. Wir brauchen alle unsere Sinne. Auch Augen können hören und sogar sprechen. Hände können genügen und auch mit den Ohren kann man fühlen, indem man mit ihnen auf die Gefühle anderer lauscht.

Hören, Sehen, Fühlen

Was bedeutet das? Den anderen verstehen, den anderen sehen – in allem was er tut und ist, die Gefühle anderer begreifen. Mit ihnen fühlen. Zu solchem Hören braucht man keine Ohren. Zu solchem Sehen braucht man keine Augen. Zu solchem fühlen braucht man keine Hände. Nur ein Herz, das weit offen ist.

Diese beiden Texte sind zwischen 10 und 15 Jahren alt. Genau kann ich das heute nicht mehr sagen. Ich weiß nur, dass ich mir so selbst Standpauken halten kann und dass das der Beweis ist – für alle, die noch gezweifelt haben: Manchmal sind Kinder schlauer als Erwachsene. Vieles von der Hoffnung und dem Vertrauen, das aus diesem Buch spricht, wurde nach und nach verschüttet und nun rüttelt mein jüngeres Ich mein heutiges wieder auf und erinnert mich daran, wie viel Kraft man aus Hoffnung und Vertrauen ziehen kann. Also unterschätzt nicht Eure Kinder, Enkel, Nichten, Neffen, kleinen Geschwister… Es kann gut sein, dass ihr noch etwas von ihnen lernt – wenn ihr mit einem offenen Herzen zuhört und hinseht und mitfühlt. 🙂

Sincerely

the wingscriber pls sig

Terminkalender

gcc-berlin-cocNun, da wir den Riss im Raum-Zeit-Kontinuum zwischen Eurem Wissen und meinen Erlebnissen wieder ausgeglichen haben, ist es Zeit für ein paar Neuigkeiten. Vorerst hab ich eine grobe Übersicht über alle Events, bei denen ich anwesend sein werde. Wann genau ich dort was mache, kann ich im einzelnen noch nicht immer sagen. Aber ich verspreche, Euch auf dem Laufenden zu halten.

  • Bis Sonntag befinde ich mich noch auf der Photokina in Köln. Da ich diesen Eintrag gerade vor der Messe schreibe und plane, weiß ich noch nicht genau, wann ich wo sein werde. Aber wer Instagram verfolgt oder Twitter und Co, wird es wahrscheinlich schnell herausfinden.
  • Am 27.09. (also am kommenden Dienstag) steht eine Kleinigkeit in Facebook an. In der Gruppe „Outlander Pub“ zum Autoren-Dienstag werde ich den ganzen Tag über Rede und Antwort stehen, über Nafishur II und vielleicht auch ein weiteres aktuelles Projekt plaudern – wir sind dort schließlich unter uns…
  • Am 15./16.10. werde ich auf der German Comic Con in Berlin sein – an einem Stand in der Artist Alley 🙂 Ob auch Nafishur da sein wird, wird sich noch herausstellen. Leider gibt es in Berlin wohl keine Möglichkeit für eine Lesung. Vielleicht lasse ich mir aber noch was einfallen. 😉
  • 20.-22.10. werde ich die Frankfurter Buchmesse besuchen. Diesmal leider ohne Stand. Aber wer mich findet, für den hab ich bestimmt irgendetwas schönes dabei (Buttons, Lesezeichen und was ich sonst noch so tragen kann 🙂 ).
  • Am 31.10. werde ich in der Buchhandlung Lehmkul in Witten eine ganz besondere Halloween-Fantasylesung halten – in Kombination mit einem Vortrag dazu, wie man Autor wird, worauf man besser achten sollte, was man heute für Möglichkeiten hat und welche für mich funktioniert haben. Heute habe ich von ein paar großartigen Freunden noch dinge wie Kürbissuppe, Nafishur-Muffins und Cara-Tee-Punsch angekündigt bekommen. Vorbeischauen wird sich also lohnen!
  • Am Wochenende 19./20.11. werde ich auf der Buch Berlin unterwegs sein. Klein aber fein und vor allem nun mal in meiner Stadt. Das ist ein Muss. 🙂 Ich freu mich schon darauf, viele mir liebe Gesichter wiederzusehen. Außerdem wird Nafishur am Stand des Bundesamtes für magische Wesen zu finden sein. Vorbeischauen empfiehlt sich schon von Amtswegen 😉
  • gcc-dortmund-cocVom 02.-04.12. werde ich dann auch auf der German Comic Con in Dortmund an einem Stand in der Artist Alley sein. Und mit etwas Glück kann ich dort auch eine Lesung halten. Ich hatte gehofft, schon eine Antwort zu haben, bevor ich Euch davon berichte, aber sie machen es spannend. Also drückt mir die Daumen! 🙂 Ich bin genauso gespannt wie ihr.
  • Zudem werde ich vielleicht noch an einem kleinen Adventskalender einer Berliner Gemeinde mit einer Lesung teilnehmen. Aber dazu kann ich Euch noch nicht mehr verraten.

Damit seid ihr auf dem Laufenden. 🙂 Ganz schön viel los oder? Dazwischen werde ich zeichnen und schreiben, so schnell und gut ich kann. Wir werden sehen, was ich Euch ab und an an neuen Bildern oder Leseproben präsentieren kann. Wenn ihr noch Ideen habt, wo ich dabei sein sollte oder mich gern auch bei Euch in der Nähe lesen hören würdet, dann kommentiert Eure Vorschläge doch einfach. Ich freue mich über jede gute Idee und werde versuchen, sie zu realisieren.

Außerdem ist ja erst Mitte September. Wer weiß, was sich noch ergibt. Ich bin in jedem Fall gespannt, was sich in diesem Jahr noch alles ergeben wird. Die Einladung für die Lesung und den Vortrag bei Lehmkul zeige ich Euch hier separat. Wenn ihr auf das Bild klickt, sehr ihr den Flyer in groß. 🙂

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Sincerely

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Beinah auf dem neuesten Stand

Wie geht’s Euch nach meinem Post von Sonntag? Ich muss zugeben, er hat mich auch ganz schön nachdenklich gemacht. Aber heute ist wieder ein Bericht dran und keine weiteren Sonntagsgedanken. Also hin zu guten Nachrichten: Hey, wir haben gut aufgeholt! Inzwischen bleiben mir nur noch drei Septemberwochen zum Berichten und dann kann ich Euch endlich erzählen, was in den kommenden Wochen so bei mir ansteht. Aber ich ahne es schon. Wenn ich jetzt Besserung gelobe, wird die Pause zu den nächsten Blogposts am Ende noch größer. Ihr werdet es merken, wenn ich all die Termine aufzähle, die kommen werden. Und wahrscheinlich wollen die meisten von Euch lieber neue Bücher als mehr Blogbeiträge.

Der September fing für mich schon turbulent an. Am ersten Septemberwochenende war nicht nur die Einschulung meines lieben Neffen, nein, es war Brandenburgtag bei mir in Hoppegarten und damit das erste mal in einer Gemeinde und nicht in einer Stadt. Ich war als Fotograf unterwegs, um dieses Ereignis im Bild festzuhalten. Es gab viele Bühnen, jede Menge Programm (inklusive Konzerten von Mungo Jerry, Frida Gold und Tim Bendzko und natürlich der Botschafterin des diesjährigen Brandenburgtags Leona Heine und einem großen Feuerwerk mit Lasershow). Man kann sagen: Es war ein wirklich gelungenes Wochenende. Auch wenn ich mir danach dringend Urlaub wünschte – ca 15 kg Equipment auf der Schulter und am Samstag von 8 Uhr morgens bis Mitternacht unterwegs… das hinterlässt eben Spuren. Für mich waren die schönsten Entdeckungen in Verbindung mit diesem Wochenende zum einen Leona Heine and Friends (wirklich wunderschöne Musik) und meine zwei Mit-Fotografen. Aber auch die Pferderennen und -paraden und all die Künstler und Kreativen an den Ständen waren es wert. Schade nur, dass ich eigentlich in 90% der Zeit nur durch den Sucher geguckt habe – aber das war der Job. 🙂 Und hier habt ihr einen winzigen Einblick in den Samstagabend des Brandenburgtags – die Konzerte und das Feuerwerk. Das wird mir sicher am längsten im Gedächtnis haften bleiben.

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In der vergangenen Woche folgte dann ein Personalausflug mit meiner Abteilung (ihr erinnert Euch vielleicht an meinen kleinen, aber feinen Nebenjob) nach Neuzella. Wir haben das Kloster besichtigt, gut gegessen und die Ortseigene Brauerei kennengelernt (samt Bierverkostung – aber wer mich kennt, weiß, dass ich eine Limonadenverkostung gemacht habe: die „Himmelspforte“ kann ich nur empfehlen. Eine Himbeerlimonade. Sehr fruchtig und lecker).

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Die Woche begann also imposant. Und so endete sie auch – im Renn-Klub von Hoppegarten am Samstag. Es war mir eine Freude und ein besonderes Erlebnis, dort fotografieren zu können. Abgesehen vom Brandenburgtag, an dem die Rennen aber nur ein Highlight unter vielen waren, war ich in meiner Kindheit das letzte Mal auf der Rennbahn – und damals natürlich nicht auf der Tribüne des Renn-Klubs. Ich freue mich über die neuen Bekanntschaften und die Freunde, die ich gefunden habe. Um so dankbarer bin ich meinem Kollegen Jürgen Sendel, der mir diesen Auftrag übertrug.

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Wie ihr seht, liegt auch heute wieder das Gewicht auf den Bildern. Ich habe in den Sommermonaten auch fleißig geschrieben, aber da darf ich Euch ja noch nichts verraten. Ich kann nur sagen, dass es mir riesig Spaß macht, Cara und die anderen durch Nafishur zu begleiten und zu entdecken, was sie entdecken – vor allem, da manche Ideen inzwischen schon 10 Jahre alt sind und wirklich dringend geschrieben gehören; und es ist spannend, Anthony und Mary durch die Geschichte zu begleiten und dunkle, mythische Geheimnisse Schottlands aufzudecken. 🙂

Heute nun bin ich auf dem Weg zur Photokina in Köln. Vor zwei Jahren war ich das erste Mal dabei und sofort begeistert. Ich bin gespannt, was mich in diesem Jahr erwarten wird, wen ich kennenlernen darf und was ich Neues erfahren werde. Ich werde mir Mühe geben, Euch zeitnah davon zu berichten (auf Instagram bestimmt auch schon zwischendurch). Aber wie ich anfangs schon schrieb: Ich verspreche lieber nichts. 😉

Sincerely

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P.S.: Schon wieder hab ich was vergessen! Und dann auch noch sowas Schönes! Einige Autoren und Illustratoren haben sich zusammengeschlossen, um eine Anthologie zu veröffentlichen, die Herzenswünsche e.V. unterstützen soll. Inzwischen ist es fast soweit. Eine meiner Illustrationen dafür ist fertig und die andere fast. Hier ein erster kleiner Einblick. Ich halte Euch auf dem Laufenden, wenn die Anthologie erscheint. 🙂

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Der Mensch und seine Früchte

Am Mittwoch sprach ich davon, dass ich beim Aufräumen die eine oder andere alte Geschichte und auch Gedichte von mir gefunden hab. Unter anderem war da ein kleines Notizbuch. Ich erkannte es sofort. A6, Ringsum mit illustrierten Delfinen bedruckt. Es lag sicher ein Jahrzehnt lang auf meinem Nachtisch. In meiner Schulzeit. Und immer, wenn mich etwas beschäftigte – im Guten oder Schlechten -, dann schrieb ich dort meine Gedanken hinein. Nicht im Sinne von „Liebes Tagebuch, heute war ein blöder Tag“. Nein, mehr in diesem Sinne…

Der Mensch und sein Lebensbaum

Ein junger Mensch pflanzte viele Samen in Töpfe. Er goss sie, hegte und pflegte sie. Und eines Tages begannen sie, zu wachsen und zu gedeihen und Knospen zu treiben. Nur ein Same wollte und wollte einfach keine Blüten bringen und wuchs langsamer und kümmerlicher als alle anderen. Der Mensch ärgerte sich sehr darüber und beschloss diesen Samen aus seinem Topf zu entfernen und wegzuwerfen. Auf seinem Heimweg warf er ihn achtlos in den Straßengraben und vergaß den Samen.

Jahrzehnte zogen ins Land und als alter Mann kam er wieder in die Gegend seiner Jugend. Die sengende Hitze des Sommers brannte und er beschloss, eine Pause zu machen. Er setzte sich unter einen großen Baum und genoss die Kühle seines Schattens. Und er war nicht der einzige. Der Baum hatte eine so große Krone, dass ganze fünf Menschen gemeinsam darunter Schutz vor der Sonne fanden. Sie kamen mit dem alten Mann ins Gespräch und erzählten ihm von einem klugen Menschen, der vor vielen Jahren den Samen für diesen Baum gepflanzt hatte, um zukünftigen Reisenden zu helfen, der vorausdachte und nicht nur an sich selbst, der sich die Zeit nahm, einen Samen zu pflanzen, der erst unscheinbar und klein war und erst lange Zeit später zu einem prächtigen Baum heranwachsen sollte.

Da wurde dem alten Mann klar, dass sie von seinem Samen und seiner Tat sprachen, und ihm wurde ganz seltsam dabei, denn er hatte einst aus ganz anderen – egoistischen – Gründen gehandelt. Nun lobten diese fremden Menschen sein Tun ohne die Wahrheit zu ahnen. An diesem Tag schwor sich der Mann, nie wieder voreilig einen Samen wegzuwerfen. Denn er hatte begriffen, dass aus jedem noch so kleinen, unscheinbaren Ding etwas Großes, Wundervolles werden kann.

wueste-sinaiUnd wenn ich heute auf diese Geschichte zurückblicke, dann fällt mir noch eine zweite Erkenntnis ein: Auch, wenn jemand etwas Unachtsames, Egoistisches tut – ohne die geringste gute Absicht –, dann kann trotzdem etwas Gutes daraus entstehen. Selbst, wenn es manchmal ein halbes Leben braucht, um das zu erkennen.

Aber ehrlich. Ganz schön schwülstig für ein pubertierendes Kind oder? Diese Geschichte stand auf einer zerfledderten Blattsammlung, die hinten in meinem Notizbuch klemmte. Ich war ehrlich überrascht. Viele Metaphern und Gleichnisse in diesem Buch hatte ich längst wieder vergessen. Und um ehrlich zu sein, hat es mir gut getan, in den letzten Tagen am Abend vor dem Einschlafen in den Gedanken meines jüngeren Ichs zu blättern. Zu der Zeit, als ich diese und ähnlich Geschichten und auch Gebete schrieb, versuchte ich trotz starkem Mobbing in der Schule zurecht zu kommen. Ich erinnere mich, wie stur ich gewesen war. Dass ich nicht die Klasse wechseln wollte, weil ich diesen idiotischen Briefen und Anrufen nicht nachgeben wollte. Ich wollte nicht, dass „die“ gewinnen. Aber, dass ich bei allen Zuhause vergossenen Tränen so optimistisch war und eher noch für die gebetet hab, die mir das antaten, das hatte ich schon fast vergessen. Heute, mit über 10 Jahren Abstand, finde ich nichts Schlimmes daran, offen über damals zu schreiben und ich versuche mich daran zu erinnern, wer ich damals war.

Ich überlege, was ich denen mit auf den Weg geben kann, denen es heute genauso geht wie mir damals. Ich habe sie gehasst, all die tollen Weisheiten um mich herum… „Lass Dich nicht unterkriegen“, „lass Dir am besten nichts anmerken“, „ignorier sie einfach“ – das sagten die einen. „Du solltest Dich wehren“, „lass Dir nicht alles gefallen“ – das sagten die anderen. Und dann gab es noch die, die mir rieten die Schule oder wenigstens die Klasse zu wechseln und die, die mir rieten, einen Psychologen aufzusuchen – das Problem könne ja schließlich nur bei mir liegen, wo sich doch der Rest der Klasse wunderbar dabei verstand, mich zu ärgern). Ich solle doch offener sein, aktiver, mich mehr beteiligen und auf andere zugehen.

Was glaubten diejenigen, die mir diese Ratschläge gaben, eigentlich, was ich tat? Ich versuchte es gleichermaßen mit ignorieren wie mit wehren. Ich versuchte das Geläster und die Blicke nicht zu sehen und mich dennoch zu melden (an meinen Mitarbeitsnoten änderte das übrigens reichlich wenig, ich war doch schließlich „die Stille“ – das änderte sich doch nicht). Keiner der tollen Tipps funktionierte. Trotzdem bin ich heute hier.

Was also kann ich anderen raten, die unter Mobbing leiden? Erst fiel mir nichts ein. Aber dann wurde es mit jedem Satz mehr. Also zähle ich meine Gedanken einfach einmal auf:

  • Du bist nicht schuld. In meinem Fall war es objektiv betrachtet recht simpel: Es fing an, schwierig zu werden, als meine Klasse und vor allem ihre Eltern bemerkten, dass wir nicht nur am Berliner Stadtrand wohnten, sondern schon immer dort lebten. Ich war die erste „Ost“Schülerin an einer „West“Schule. Warum dass Mitte der 90er so schrecklich war und ich teilweise behandelt wurde, als hätte ich eine ansteckende Krankheit, kann ich nicht sagen. Nur, dass es traurig ist. Dass wir alle Menschen sind. Und das jeder, der aus irgendeinem Grund anders ist und deshalb unter Ausgrenzung leidet, nicht schuld ist an dieser Ausgrenzung.
  • Versuch nicht jemand zu sein, der Du nicht bist. Du überstehst die Schule dann mehr im Schein als im Sein. Da ich teilweise unsichtbar für meine Klasse war, hörte ich oft genug, wie die besten Freundinnen übereinander sprachen, wenn die andere weg war. Schmeichle Dich nicht bei jemandem ein, der Dir gar nicht sympatisch ist – nur um dazuzugehören. Erkaufe Dir die Freundschaft nicht. Eine Verbindung auf Grund von Geld, Hausaufgaben oder anderen Vorteilen hat nichts, aber auch gar nichts mit Freundschaft zu tun. Das hast Du nicht verdient. Was Dir Stärke gibt, ist, dass Du Charakter entwickelst und einen eigenen Willen. Klingt nicht einfach und ist es auch nicht. Es ist dennoch mein Rat.
  • Finde einen Menschen, der Dir Mut macht. Ich rede nicht von Mitleid. Ich rede von Mut. Jemanden zu haben, bei dem man schimpfen und sich ausheulen kann (vorzugsweise Mütter oder ältere Geschwister) tun auch gut, ja. Aber Mitleid wirst Du immer schnell bekommen. Was Du aber brauchst ist Mut. Finde jemanden, der Dich stärkt, der Dir sagt, dass er an Dich glaubt und Du das schaffen kannst. Ich hatte das Glück, dass mein erster Klassenlehrer an mich glaubte, dass er mir Mut machte und verstand, weshalb ich die Klasse nicht wechseln wollte. Rückblickend trug er damals vor inzwischen fast 20 Jahren entscheidend dazu bei, dass ich heute die bin, die ich bin.
  • Richte den Blick auf die Zukunft, aber genieße auch die Gegenwart. Wie man Mobbing genießen soll? Natürlich gar nicht. Aber auch Dein Leben besteht nicht nur aus Mobbing, nicht nur aus Menschen, die Dich verletzen. Tröste Dich nicht einfach damit, dass es irgendwann vorbei ist (das wird es sein und dann wirst Du die Chance haben, einen neuen ersten Eindruck zu machen und gestärkt in deine Zukunft gehen). Finde einen Weg, auch deiner Gegenwart Gutes abzugewinnen. Je nachdem, wie introvertiert ein Mensch ist, kann dieses Gute in vielen verschiedenen Dingen liegen: Freunde jenseits der Schule, Hobbies, bei denen man andere Menschen trifft – oder für die ganz Zurückgezogenen Bücher (Bücher sind wundervolle Begleiter, sie eröffnen einem mehr Orte als man jemals bereisen könnte und erweitern Wissen und Toleranz – und sie sind ein Schutzwall, aber sie ersetzen auf Dauer keine Freunde). Trau Dich. Egal wie viele Menschen um Dich herum unfair zu Dir sind – sie sind nicht alle so.
  • Du bist nicht allein. Und das ist auch der beste Beweis dafür, dass nicht alle so sind. Es gibt viel zu viele Menschen, die unter Mobbing leiden. Und es scheint fast so, als würden es immer mehr werden. Oder es wagen immer mehr, darüber zu sprechen. Vielleicht werden auch immer mehr Menschen mutig und nehmen die ihnen zugedachte Opferrolle nicht an. Sich wehren muss nicht bedeuten, zu schreien oder zu schlagen. Ignorieren muss nicht bedeuten, wegzuhören oder die Augen zu schließen. Viele Menschen in jedem Alter treffen auf Missgunst, Neid, Unwissenheit, Ignoranz und Intoleranz.

Ich war und manchmal bin ich noch immer eine davon. Wir haben Nehmerqualitäten, wir können einstecken, aushalten. Wir können runterschlucken, was uns auf der Zunge liegt, und den Schritt mehr machen, den Mobber nicht tun können: Wir können uns in unser Gegenüber hineinversetzen und uns fragen: Warum kann dieser Mensch sein Leben nicht mit Zufriedenheit beschreiten ohne andere unzufrieden zu machen? Warum kann dieser Mensch sich nur groß fühlen, indem er andere klein hält? Und dann wird uns klar: Die Opfer von Mobbing sind die Täter. Und niemand kann uns dazu zwingen, auch ein Opfer zu sein. Wir müssen uns nicht damit abfinden. Wir können den Schritt aus dem Dunstkreis der lächerlichen Sprüchen und hilflosen Handlungen unserer Kontrahenten hinaus machen und sie einfach stehenlassen.

Und wisst ihr was? Wenn wir es schaffen, so damit umzugehen, dann ist Mobbing fast schon wie ein Same, den man weggeschmissen hat. An der Tat ist nichts, aber auch gar nichts Gutes. Aber am Ende kann dennoch ein Happy End stehen.

Sincerely

the wingscriber pls sig

P.S.: Ziemlich lang und ziemlich harter Tobak. All das sind meine eigenen Erfahrungen und Erinnerungen. Der Weg, der für mich funktioniert hat und die Erkenntnis, die ich heute habe. Ich weiß nicht, ob diese Ratschläge allen helfen können. Wahrscheinlich nicht. Aber vielleicht machen sie dem einen oder anderen Mut. Gebt nicht auf! Es lohnt sich, weiterzumachen. Glaubt nur eins nicht: Dass ihr hart werden müsst, um das auszuhalten. Damit verletzt ihr Euch selbst und die Menschen, denen ihr ehrlich wichtig seid. Die, vor denen ihr Euch schützen wollt, die interessieren sich nicht für harte Mauern. Die finden immer Schlupflöcher und Risse im Putz. Nur wer ehrlich bei Euch anklopft und offen bei Euch sein will, wird von Mauern verschreckt.

Bilder über Bilder machen den Sommer…

Und mein Bericht geht weiter. Allerdings werde ich den Juli und den August in einen Bericht packen. Autoren können sich schwer kurzfassen, aber ich werde mir Mühe geben und im Grunde kann man die beiden Monate als ein einziges großes Fotoshoot bezeichnen. Die Monate standen ganz im Zeichen der Fotografie. Ich habe verschwundene Friedhöfe besichtigt, einer aufstrebenden Hoppegartner Sängerin und ihrer Band zu schönen neuen Coverbildern verholfen, die Gärten der Welt unsicher gemacht und als ich in Berlin nichts Neues mehr fand, hab ich in Dresden weiterfotografiert (natürlich findet man in Berlin immer Motive, aber in Dresden und seiner Umgebung auch). 😀

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Besonders mit Leona Heine und später dann auch zusammen mit ihrer Band haben die Shoots viel Spaß gemacht. Wir haben jede Menge gelacht und dabei auch noch schöne Fotos gemacht. Wer sich wie ich von Ihrer Stimme und ihren selbstgeschriebenen Songs verzaubern lassen will, sollte unbedingt mal hier vorbeischauen. Auch die Bilder auf dem Cover ihrer brandneuen Single „Weites Land“ sind von mir.

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Ihr merkt es schon. In diesem Beitrag gibt es ein deutliches Übergewicht an Bildern. Die folgenden Bilder stammen aus einigen Fototouren mit meiner lieben Freundin und Mission-Agentin Ines. Ein paar Tage verbrachte sie mit mir in Berlin (wir haben nicht nur gearbeitet, sondern bei der Gelegenheit die Premiere vom neuen Teenage Mutant Ninja Turtles Movie (OT) geschaut), danach fuhren wir gemeinsam nach Dresden (unter anderem waren wir hier im Auftrag von Mission Change unterwegs, um ichhelfe.jetzt noch nachträglich persönlich ihren Scheck zu überreichen). Aber die meiste Zeit über testeten wir ein paar Ideen mit meiner Kamera aus.

Wer mich kennt, weiß, dass ich zu jenen Wesen gehöre, die sich zwar auch mal auf einer Bühne als Agent ausgeben, aber im Grunde ihres Herzens lieber hinter der Kamera stehen. Um so erstaunlicher, dass Ines dennoch auch ein paar ansehnliche Bilder von mir gezaubert hat. Und damit sie sich heute nicht allein geniert, zeig ich Euch eine Auswahl von uns beiden – damit wir beide rot anlaufen können. Die Bearbeitung der Bilder stammt übrigens aus dieser Woche. Ein kleiner „Voraus-Zurück-Blick“: Ich hatte die Freude, zwei Webinaren von Laura Helena Photography zu folgen und inspiriert durch ihre wunderschönen, fantasievollen Bilder, sind meine Bildlooks entstanden. Ich bin gespannt, wie sie Euch gefallen.

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Ich denke, man sieht uns an, dass wir beim shooten jede Menge Spaß hatten. 🙂 Die Locations waren übrigens die Gärten der Welt und der Potsdamer Platz in Berlin und die Klosterruine Altzella in der Nähe von Dresden. Aber ich habe in meinem Bilderwahn im Sommer nicht nur Fotos produziert, sondern auch viel gezeichnet (leider nicht genug, denn ich wollte viel viel schneller sein, aber so schnell geb ich nicht auf 😉 ). Wie nutzt man eine Sommergrippe richtig? Richtig! Man setzt sich gemütlich in seinen Lieblingssessel, legt die Beine hoch, klappt seinen Laptop auf und beginnt hyperrealistisch zu zeichnen. Stopp. Irgendwas daran klingt komisch. Aber anscheinend ist das für mich die richtige Therapie. Es ging mir schnell wieder besser und ganz nebenbei habe ich endlich mein Bild von George Clooney beendet und ein Portrait von Alexander Skarsgard komplett gezeichnet. Letzterer wurde durch die Tarzanpremiere spontan zum Motiv. Ich hoffe, auch die beiden gefallen Euch. Ines Besuch inspirierte mich auch direkt zur nächsten Zeichnung: Stephen Amell als Arrow und sein Cousin Robbie Amell in seiner Rolle aus Code 8, dem Film, den die beiden gerade zusammen realisieren. Ihr habt schon Zeichnungen von mir gesehen, in denen die Augen farbig waren und der Rest klassisch schwarz-weiß. Ihr kennt vielleicht auch mein Bild von Mario Goetze mit dem WM-Pokal. Auch dieses mal kommt wieder etwas Farbe ins Spiel. Diesmal ist es farbiges Licht. Meine Handykamera weigert sich, diese Tatsache richtig abzubilden, aber ein paar erste Eindrücke findet ihr auf meinem Instagramaccount. Die anderen beiden, bereits fertigen Herren zeige ich Euch auch gern hier nochmal:

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Wo wir gerade von Zeichnungen sprechen: Im August bekam ich das erste Mal Fanpost. Eine Anfrage nach einem Autogramm mit einer kleinen Skizze. Ich fühle mich geehrt und vielleicht lesen Hans und Ulrike ja auch diesen Beitrag. Ich werde mich sehr gern in Eure Sammlung einreihen und zusätzlich möchte ich an dieser Stelle schon mal verraten: Ich werde auch auf der German Comic Con in Dortmund sein. Ich würde mich freuen Euch dort kennenzulernen!

Jenseits dieser primär visuellen Informationsflut gab es für mich vor allem ein wichtiges Ereignis, das eine spontane (und strenggeheime) Reise wert war: Unser Mission:Change Agentin Anja feierte im Juli ihre Silberhochzeit und wir alle waren eingeladen.  Offiziell konnte ich nicht teilnehmen. Offiziell. Um so größer wurden ihre Augen, als ich plötzlich mit den anderen zusammen vor ihr stand. Dieser Blick allein und ein paar verdrückte Tränchen waren die 12 Stunden im Linienbus wert. 🙂 Ich liebe Überraschungen! … vor allem, wenn ich sie plane. 😀

Wie ihr merkt, war mein Sommer alles andere als tatenlos. Nicht erwähnt bleiben an dieser Stelle das Romanschreiben im Garten, der U-Bahn und eigentlich überall, wo sich gerade etwas Zeit ergab. Soweit aber nun erstmal zum Juli und August. Ich hoffe, ich habe keine wichtigen Ereignisse vergessen. Am Sonntag folgt ein kleiner Ausbrecher und Dienstag dann voraussichtlich mein Blick auf den September. Er mag ja erst halb um sein, aber jetzt schon gibt es einiges, auf das ich zurückblicken kann. 🙂

Sincerely

the wingscriber pls sig

 

P.S.: Anscheinend werden meine Bilder nicht mehr in der richtigen Größe angezeigt seit dem jüngsten Update. Ich werde versuchen, schnell eine Lösung zu finden, damit ihr etwas mehr von den Bildern in meinen aktuellen Beiträgen habt.

Edit: Ich hab tatsächlich noch was vergessen! Der Beitrag ist geplant und ich könnte das einfach noch unauffällig ändern. Aber ich habe mich gerade selbst der Vergesslichkeit überführt. So viel Ehrlichkeit muss sein. Und unterschlagen will ich es auch nicht. Auf der Suche nach ein paar süßen Figuren in einem eigenen Stil probierte ich erst im PowerPuff-Style herum (vielleicht kennt jemand von Euch ja – durch Kinder oder Enkel die Powerpuffgirls), um dann einen eigenen Style zu finden. Was haltet ihr von den drei Mädels. Wer für die drei Modell stand, verrate ich nicht (dazu hätte ich fragen müssen und momentan ist es 2:55 in der Nacht), aber ich versichere Euch, es gibt eine Geschichte hinter dem Look dieser drei Mädels. 🙂

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Sommerpause?

Irgendwie bin ich jedes Mal wieder geschockt, wie viel Zeit zwischen manchen Beiträgen vergeht. Da muss für Euch ja der Eindruck entstehen, ich wäre in den letzten Monaten in ein Sommerloch gefallen oder irgendwohin ausgewandert, wo mehr Sonne scheint. Aber ich kann Euch versichern, ich habe nicht auf der faulen Haut gelegen. Es standen so einige Events und Shoots an, Ausflüge in die Umgebung und in die Welten meiner Bücher. Ich bin mit Cara und Dariel nach Nafishur gereist und mit Anthony und Mary nach Schottland. Ich habe mich um viele spannende Termine bemüht, die nun in rasender Geschwindigkeit vor mir auftauchen, und neue Ideen entwickelt, von denen ich gespannt bin, was ihr davon haltet.

Um Euch nicht vollends zu erschlagen mit Berichten und Informationen, habe ich beschlossen, jedem Monat wenigstens einen eigenen Post zu gestatten. Erschreckenderweise beginnt mein mehrteiliger Rückblick im Juni!

Das erste Highlight dieses Monats war ohne Frage das Konzert von Michael Malarkey hier in Berlin. Ich muss gestehen, dass war erst das zweite Konzert meines Lebens – und das erste in einem Club. Und ich nehme an, der Aufenthalt in kleinen Clubs wird nie zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehören. Ich bin relativ klein und gehe damit schnell in engen Räumen mit vielen Menschen unter. Außerdem schätze ich das Gefühl von frischem Sauerstoff in meinen Lungen. 😀 Aber ich sprach von einem Highlight und bisher klingt alles eher kritisch. Der einzige Grund, aus dem ich mir all das nochmal und nochmal und immer wieder antun würde, ist Michael Malarkeys Musik. Seine Stimme und seine Art zu Singen sind grandios und ihn live singen zu hören ist ein echtes Erlebnis. Es war ein großartiger Abend, an dessen Ende er von uns (es waren mehrere Mission:Change-Agenten anwesend) ein Shirt mit einem limitierten Michael-Design bekam. Wenn ihr das irgendwann in einer Mission erstehen wollt, dann überzeugt ihn, mit uns ein Charityprojekt zu starten (hier mehr dazu). 😉 Zurzeit arbeiten wir übrigens an einem kleinen weiteren Projekt mit Outlander Germany. Also bleibt wachsam. 🙂

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Eine Woche später stand dann auch schon das nächste Event auf dem Programm: Meine erste Comic Con. Die Comic Con Germany in Stuttgart. Diesmal war ich nur als Gast da. Ich wollte erst einmal herausfinden, wie eine Comic Con funktioniert. Die beiden German Comic Cons in diesem Jahr in Berlin und Dortmund werde ich hingegen als Künstler (und vielleicht auch als Autor, drückt mir die Daumen) besuchen. Aber zurück nach Stuttgart. Ich hatte wirklich mit mir gehadert, ob ich mir ein weiteres solches Event leisten kann, aber dann wurde Nathan Fillion angekündigt und ich muss zugeben, dass ich zum ersten Mal nah dran war, mich wie ein Fangirl zu fühlen. 😛 Nathans Rolle des Richard Castle ist für mich von Serienstart an eine große Inspiration und Motivation als Autor gewesen und es war mir wichtig, mich bei ihm dafür zu bedanken. Das konnte ich auch und nun hat mein Band 1 von Castles Nikki Heat Serie eine Signatur von Richard Castle (eine von Nathan Fillion hätte ja da wenig Sinn ergeben :D). Darüber hinaus hab ich die tolle und talentierte Melanie Stoll an ihrem Künstlerstand besucht. In ihre süßen Fuchsillustrationen hab ich mich sofort verliebt. Zwei Menschen, denen ich für dieses tolle Wochenende wirklich ein großes Danke schulde, sind Simone und Michi. Simone, weil sie mich mal eben bei sich aufgenommen hat und ich sogar noch einen Shuttleservice zur Con hatte. Und Michi, weil ich sie erst während des Michael Konzerts kennenlernte und wir uns gleich so gut verstanden haben, dass wir die Convention gemeinsam erkundet haben. Deshalb existieren diesmal tatsächlich auch ein paar Bilder von mir selbst vor Ort. Hier ein kleiner Auszug. Alle anderen sind auf Flickr zu finden. Sollte sich ein Cosplayer in den über 300 Bildern wiederfinden: Einfach melden. Ich schicke Euch die Bilder gern zu.

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Erlebnis Nummer drei im Juni war mein kleiner Familienkurzurlaub nach Thüringen. Meine Lieblingsbeschäftigung bestand wieder darin, meinen süßen – Verzeihung – total coolen Neffen zu fotografieren. Aber nicht nur er war ein tolles Motiv. Der Besuch der Saalfelder Feengrotten war ein wahrer Augenschmaus. Für ganze vier Tage hieß es mal nicht: Zuhause schreiben und fotografieren und Bilder bearbeiten. Es hieß: In Thüringen schreiben und fotografieren und später Bilder bearbeiten. Fast das gleiche? Nein, nein. Es war viel Bewegung dabei, viel Natur und ein wenig Erholung nach dem Rumwuseln auf der Comic Con Germany. Und die reine Luft in den Feengrotten tat mir unglaublich gut. 🙂 Außerdem ist wichtig, sich ab und an seiner Familie zu erinnern und Zeit mit ihr zu verbringen.

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Und da dieser kleine Kurzurlaub lang genug war, um in den Juli zu reichen, ist damit das wichtigste aus dem Juni berichtet. Wenn alles so läuft wie geplant, werdet ihr jetzt alle zwei-drei Tage einen weiteren Bericht lesen. Also übermorgen dann ein paar Worte zum Juli, dann zum August, dann zum September. Für die ganz aktuellen News empfehle ich Euch, mir auf Instagram zu folgen. Wann auch immer ich unterwegs bin, nutze ich am liebsten diese Plattform, um mich ab und an zu melden.

Aber ich werde nicht nur Berichte veröffentlichen. Ich fand die letzten Wochen zwar sehr spannend, aber ob das für Euch auch so ist… wer weiß. Ich habe beim entrümpeln meines Kellers ein paar sehr alte Kurzgeschichten und Gedichte gefunden (rund 10-15 Jahre alt). Ich denke, ein paar davon werde ich Euch nach und nach vorstellen. Am Ende gibt es noch einmal eine Zusammenfassung aller meiner Termine im zweiten Halbjahr. Vielleicht sehen wir uns ja hier und da. Ich würde mich freuen. 🙂

Sincerely

the wingscriber pls sig

P.S.: Sorry, for not translating much into English lately. I would love to tell you too. Just right now I have barely enough time to publish the reports in German. Hopefully once I will be able to talk to you in German and English again.

Zeit – Tick Tack

Ist es denn zu glauben! Habe ich wirklich zwei Monate hier geschwiegen? Ich fange diesmal gar nicht erst an, mich zu entschuldigen. Stattdessen berichte ich Euch lieber, was mich so sehr in Atem gehalten hat.

Binz – Rügen

Den Anfang machte mein kleiner Geburtstagsurlaub auf Rügen. Ich habe die Zeit sehr genossen und meine neue Kamera erprobt. Wir sind täglich mindestens 10 km gewandert – mit entsprechend vielen Zwischenstopps für Fotos. Langzeitbelichtungen, Möwen im Anflug, Abendstimmungen. Es gab viel zu sehen und viel festzuhalten – und diesmal einfach so zum Spaß. Ja, diese Sache mit dem Urlaub könnte mir gefallen. Vielleicht mach ich das jetzt öfter. So alle 2-3 Jahre. 😀 Ab und an Zeit für sich selbst, für das Zur Ruhe Kommen… das tut wirklich gut und schenkt viel Kraft.

Bispinger Heide

Kurz danach hieß es, im Center Parcs Bispinger Heide den 6. Geburtstag meines Lieblingsneffen (gut, er ist auch mein einziger, aber der Kleine ist für mich der Größte) feiern. Da gab es dann noch mehr Fotomotive: Verliebte Papageien, müde Flamingos, aufmüpfige Gänse… und natürlich mein Lieblingsmodell. Zeit für die Familie. Auch etwas, das man sich von Zeit zu Zeit nehmen sollte. Zeit mit den Menschen verbringen, die unwiderruflich zu einem gehören und die man gar nicht lange genug bei sich haben kann.

Berlin

Dann hatte ich die Freude, ein paar Freunde zu treffen. Vor allem eine von Ihnen habe ich schon viel zu lange nicht mehr gesehen. Beinah ein Jahr ist unser letztes Treffen her. Zusammen haben wir Berlin unsicher gemacht und ich muss zugeben, dass auch hier eine gewisse neue Kamera nicht ganz unbeteiligt war (muss sich um eine Art von Sucht handeln). Aber es gab nicht nur etwas fürs Auge. Unsere Füße konnten ein Lied davon Singen – und unsere Mägen zum Glück auch. „Nudeln gehen immer!“ Und Zeit mit seinen Freunden zu verbringen ist eine nicht zu unterschätzende Bereicherung.

Wofür hab ich noch Zeit investiert? In Wettbewerbe. Zugegeben habe ich beide nicht gewonnen, aber den Versuch war es wert. Und auch wenn ich inzwischen wieder x Dinge gefunden habe, die ich beim nächsten Mal besser oder zumindest anders machen werde, gefallen mir meinen ersten beiden kompletten Illustrationen durchaus. Was meint ihr?

TMNT. Out of the Shadows

Das eine war eine Illustration für einen Kanaldeckel als Werbeaktion für den neuen Teenage Mutant Ninja Turtles. Out of the Shadows und das andere war für den Wettbewerb eines Wiener Klosters. Er stand unter dem Motto „Die Macht der Gier“.

 

Bei der Turtle-Illustration ging es darum, den Moment in Szene zu setzen, in dem die Turtles das erste mal aus ihren Schatten, aus der Kanalisation treten und sich gewissermaßen in die Morgensonne, ins Tageslicht wagen. Michelangelo passte da für mich gut. Er ist vielleicht nicht mutig wie Raphael, aber er ist optimistisch und offen gegenüber anderen. Etwas freaky-perfektionistisch sind die Augen in Relation zum Rest geraten. Wenn ihr auf das Bild klickt, seht ihr mehr Bilder dazu – unter anderem ein Close-up zu einem Auge. Darin spiegelt sich die Skyline samt aufgehender Sonne.

Gieromat

Der Gieromat ist schon etwas komplexer: Die Gier ist wie einer dieser Greifautomaten auf Jahrmärkten. Wir stehen davor. Wir wissen, dass wir nicht gewinnen können und doch werfen wir unsere Münzen hinein, weil wir gewinnen wollen, weil wir mehr haben wollen. Die Macht der Gier ist die Faszination an dem, was wir nicht haben und nicht brauchen, aber wollen; sie ist die Bereitschaft, Vertrauen, Freundschaft, Zeit und selbst sein Leben zu opfern auf der Suche nach dem „Mehr“, das satt macht. Die Unendlichkeit der Gier hat viele Gesichter. Der leere Blick der Mitspielerinnen – oder eher Gegenspielerinnen – liegt zusammen mit der Schärfe des Bildes auf dem vorderen Spiel. Dem Spiel um Geld. Selbst der Betrachter ist bereit, einen hohen Einsatz zu riskieren. Die Macht der Gier ist der Fokus auf das Eine, das wir so dringend wollen; der Tunnelblick, der uns alle Warnungen vergessen lässt.

BloodyNight Shoot der Mission

Und am aktuellsten: Es ist noch nicht lange her, da waren wir mit Mission:Change wieder unterwegs. Wieder in Brüssel zur BloodyNightCon Europe. Unsere Zielperson war diesmal Kat Graham und zum ersten Mal in unserer ehrwürdigen Geschichte, haben wir einem Star einen VIP-Agenten-Ausweis überreicht. Kat hat uns lange vor der Con schon unterstützt und half auch während des Events noch kräftig mit. Dennoch mussten wir diesmal wirklich alles geben, um eine angemessene Summe zu sammeln. Leider ist ein weiblicher Star wohl kein so großer Anreiz wie ein männlicher – egal wie passioniert und liebenswürdig sie ist. Uns hat diese Mission trotzdem viel Spaß gemacht. Wir wurden von vielen Seiten unterstützt und konnten so am Ende immerhin $1.450 (50-50) für das UNHCR und ichhelfe.jetzt sammeln (auf unserer Mission:Change-Seite erschien just heute unser Interview mit ichhelfe.jetzt – schaut vorbei). Ein paar Eindrücke vom Wochenende in Brüssel findet ihr durchs Klicken auf das Bild mit Kat und unserem Team. Im Bild Special Agentin Anja (hinten rechts), VIP-Agentin Kat (vorn rechts) und unsere zwei ganz neuen Volunteer-Agents Alex (vorn links) und Janina (hinten links). Das Bild entstand bei unserem Charity-Fotoshoot „BloodyNightShoot“ auf der BloodyNightCon Europe am Samstagabend. Auf dem Weg zu ihrem Dinner crashte Kat unser Fotoset. Dabei entstand diese tolle Erinnerung, die wohl bei keinem von uns eines Fotos bedarf.

Was Brüssel darüber hinaus noch zu bieten hatte? Dank Anjas Glück im Spiel ein Meet&Greet mit Michael Malarkey, den ich in wenigen Wochen auch hier in Berlin singen hören werde. Darüber hinaus ein paar schöne Erinnerungen und Fotos mit tollen Menschen, Worte, die Mut machen, von Nathaniel Buzolic, der mindestens so gerne predigt wie ich. Wir konnten drei von Kats Captains kennenlernen, die alle samt ganz großartige, offenherzige und hilfsbereite Menschen sind. Wir haben, wie bereits angedeutet, zwei neue Volunteers gewonnen und weitere in Aussicht (damit nähern wir uns unserer Vereins-Planung).

Inzwischen steht fest, dass ich auf der Comic Con in Stuttgart zu Gast sein werde und auf denen in Berlin und Dortmund mindestens als Künstler, wenn nicht auch als Autor anwesend sein werde. Auf der Buchmesse in Frankfurt und der Photokina könnt ihr natürlich auch mit mir rechnen. Auch wenn ich noch nicht weiß, in welchem Umfang ich da sein werde. Ich verspreche, es euch rechtzeitig wissen zu lassen. Wie ihr merkt: Mein Jahr ist bereits bestens gefüllt und ich freue mich auf jeden einzelnen Termin, der noch kommt. Dazwischen steht dann noch eine Websitereform für meine Künstler- und meine Autorenseite und vielleicht auch für diesen Blog an – das Bücher schreiben nicht zu vergessen!

Ach ja! Eine Neuigkeit hab ich noch. Seit einer Woche habe ich einen kleinen Nebenjob: Ich kümmere mich nun um die Crowdfunding-Plattform evangelisch-bildungsstark.de. Die Plattform will helle Köpfe unterstützen, die in Schulen und Gemeinden pädagogisch sinnvolle, integrative und christliche Projekte auf die Beine stellen wollen. Sie bringt Ideengeber und Wohltäter zusammen. Ich bin gespannt, ob es mir gelingen wird, diese Plattform wachsen zu lassen. Verdient hat sie es auf alle Fälle!

Es ist viel passiert und mein Flickr-Account ist dementsprechend gut gefüllt worden in letzter Zeit. Jedes Bild in diesem Artikel führt Euch zu meinem jeweiligen Foto-Ordner auf Flickr. Je nach Interesse seid ihr eingeladen, Euch dort umzuschauen. Viel Spaß mit den Erträgen meiner Foto-Sucht und bis bald!

Sincerely

the wingscriber pls sig

Zeit ist Geld! …Zeit mal Pause zu machen

Zeit ist Geld und Geiz ist geil. Da wird man schnell geizig mit seiner Zeit. Aber geizen wir da nicht an der falschen Stelle? Im Bestreben möglichst viel möglichst schnell und effizient zu erledigen, bleiben wirklich wichtige Dinge auf der Strecke. Mir zumindest geht das so. An den wenigen Feiertagen im Jahr – so wie jetzt zu Ostern – haken wir Pflichtbesuche und mit Plattitüden gespickte Anrufe bei Verwandten und Freunden so schnell ab, wie wir sie auf unsere To-Do-Listen geschrieben haben. Wir bestellen lieber Online, als „ewig“ durch Geschäfte zu tingeln und mit Verkäufern zu diskutieren. Wir nutzen unser Navi, um die schnellste Route zu berechnen, statt andere nach dem Weg zu fragen. Werden wir krank, müssen ein paar Tabletten reichen und dann geht es weiter. Keine Zeit zum Anhalten, zum Ausruhen, zum Nachfragen oder Kontakte pflegen. Keine Zeit, keine Zeit!

Da komm ich mir vor, wie Alice im Wunderland, wenn sie dem Hasen begegnet, der nie Zeit hat. Unsere Welt wird täglich etwas schneller. Das hat sein Gutes und ich bin froh, nicht mehr auf Brieftauben oder reitende Kuriere angewiesen zu sein. Es hat aber auch seinen Preis und das ist unsere Zeit. Aber Moment. Irgendwas läuft da schief. Wenn inzwischen alles schneller geht, sollten wir doch eigentlich mehr Zeit haben. Warum wird unser Alltag dann immer hektischer und immer voller? Warum nutzen wir die gewonnene Zeit nicht besser? Nicht mit noch mehr Aufgaben, sondern mit Zeit für uns und Zeit für die, die uns wichtig sind?

happy easter coc s

Ich stelle heute viele Fragen und ich warne Euch, es wird noch schlimmer. Wer also nicht gewillt ist, einmal kritisch hinter seinen Lebensalltag zu blicken, sollte sich besser mit den ersten beiden Absätzen zufrieden geben und dem wünsche ich an dieser Stelle besinnliche Ostertage und Zeit. Allen anderen wünsche ich das auch. Euch aber lade ich ein, noch ein paar Anregungen und Fragen mehr in die nächste Woche mitzunehmen.

Es gibt vier Berufsgruppen, denen ich mich besonders nah fühle und so wende ich nun meine Fragen nach der Zeit und ihrem Wert vor allem auf diese an: Ärzte, Journalisten, Pfarrer und Künstler. Fühlt euch eingeladen, diesem Beispiel folgend Euer Umfeld und auch Euren eigenen Job zu betrachten.

„Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker.“ Von Google war nie die Rede. Dennoch gibt es immer mehr Menschen, die – sollte es ihnen nicht gut gehen – das Internet um Rat fragen. Der Vorteil und Nachteil in einem: Man findet immer das, was man sucht. Das Resultat sind wenig qualifizierte Vorabdiagnosen. Ich bin als Tochter eines klassischen Schulmediziners und Hausarztes aufgewachsen. Ihr wisst schon: Ein Arzt, dem die Patienten vertrauen. Ein Arzt, wie man ihn inzwischen vor allem in Fernsehserien oder Büchern findet, aber nur noch selten in der Realität. Einer, der sich Zeit nimmt, der Geduld hat, der seinem Patienten zuhört, weil er ihn ganz genau kennt und weiß, das ihm das wichtig ist. Zeit. Das wichtigste Medikament in jeder Therapie. Zeit und Zuwendung. Immer häufiger erlebe ich, wie Patienten heute zu Kunden werden, wie sie abgefertigt werden mit Standardlösungen. Es gibt aber keine Standardlösungen in der Medizin. Jeder Mensch ist anders. Das einzige Mittel, das zumindest jedem hilft, ist die Mischung aus Zeit und Zuwendung. Das Gefühl, ernst genommen zu werden und Zeit zu bekommen, um wieder zu genesen. Aber gerade die Zeit scheint auch das zu sein, das den Ärzten fehlt.

Und nicht nur Ärzten. Auch dem Journalismus macht die neue Geschwindigkeit zu schaffen. „Langsame“ Medien wie Tageszeitungen oder Magazine kämpfen ums Überleben. Egal was sie melden oder worüber sie berichten, Facebook und Google haben es stets vorher gewusst. Um noch mithalten zu können wird die fundierte Recherche ersetzt durch die Suche nach möglichst spektakulären Schlagzeilen. Onlinemagazine finanzieren sich über Werbung statt Inhalte. Die Journalisten, die täglich ihr Leben riskieren auf der Suche nach der Wahrheit, werden rar. Die Reporter ohne Grenzen stoßen an ihre Grenzen.

Für Ärzte sollte der Patient im Mittelpunkt stehen und für Journalisten die Wahrheit, die Botschaft, die zu erzählen ist. Zwei Dinge, die auch für einen Geistlichen das Zentrum darstellen sollten. Während meines Studiums wurde mir deutlich, wie schwer es heute ist, Mensch und Botschaft in diesem Zentrum zu halten. Bürokratie, Geldmangel, Wettbewerb und der Wunsch, „in“ zu sein, nehmen viel Platz ein. Dabei ist gerade das „Zeit für seine Mitmenschen Nehmen“ etwas, das den Pfarrer auszeichnen sollte.

Ich nehme an, ich könnte ähnliche Auswirkungen auf jede Berufsgruppe beschreiben. Vor allem in Bereichen, in denen Menschen mit Menschen arbeiten. Auf der Buchmesse vor einer Woche hörte ich mir einen Vortrag für Illustratoren an, die selbstständig arbeiten und davon leben wollen. Einmal mehr begegnete mir eine Grafik: Ein Dreieck, an dessen Spitzen die Worte „Qualität“, „Zeit“ und „Geld“ standen. Die Botschaft hinter diesem Dreieck ist simpel: Es gehen immer nur zwei der drei Spitzen gleichzeitig. Wer Qualität und Schnelligkeit will, muss diese Leistung entsprechend bezahlen. Wer Qualität möchte und nicht viel zahlen kann oder will, muss dafür länger warten. Und wer nicht viel Geld investieren möchte und ebenso wenig Zeit, der darf nicht mit Qualität rechnen. Wendet man dieses Diagramm auf meine Beispielberufe oder einfach auf seinen eigenen Alltag an, dann sieht man gleich, auf welchen zwei Spitzen unsere Gesellschaft heute ruht. Zeit ist Geld und Geiz ist geil. Schnell und billig ist die Devise. Was aber bleibt da auf der Strecke, wenn wir alles vor allem schnell und günstig wollen?

Richtig. Die einsame dritte Spitze des Dreiecks. Aber ich meine nicht nur die Qualität von Produkten. Ich rede auch von der Qualität von Beziehungen und von unserer ganz eigenen Lebensqualität. Wir haben mehr Zeit als früher. Wir sollten sie in Wert und Qualität investieren. Der einzige Zeitdruck, den wir haben sollten, ist der Tod, der einen jeden von uns erwartet, dessen Stunde wir aber nicht kennen und der unserem Leben so Werte und Prioritäten verleiht. Wir müssen uns entscheiden, was wir mit unserem Leben anfangen wollen, wofür wir hier sind. Denn unsere Zeit ist begrenzt durch diese ultimative Deadline.

Wofür also leben wir? Um mehr und schneller im Laufrad zu strampeln? Was wollen wir wirklich? Wofür machen wir das alles? Für unsere Kinder? Für die nächste Generation? Das sind sehr gute Gründe. Wichtige Gründe. In jedem Fall besser, als ziellos in den Tag hinein zu leben. Aber sollte das wirklich alles sein? Wenn jeder nur für das lebt, was noch kommt, wer lebt dann im Jetzt? Wenn jeder nur durch die Gegenwart hetzt, um in Zukunft ein besseres Leben zu haben, wer kann sich dann glücklich schätzen mit dem, was er hat?

In diesem Sinne: Nutzt den morgigen freien Tag (und sollte er für Euch nicht frei sein, dann den nächsten freien Tag), um etwas Zeit in die Qualität Eures Lebens und Eurer Beziehungen zu stecken. Das wünsche ich Euch.

Sincerely

the wingscriber pls sig

Funkenflug nach Funkstille

Hallo ihr alle,

zu allererst muss ich mich entschuldigen: Es tut mir leid. Ich habe mich zwei Monate nicht um meinen Blog kümmern können und auch meine Socialmedia-Seiten sträflich vernachlässigt. Es wird besser werden. Versprochen. Dafür habe ich aber auch einige Neuigkeiten für Euch!

logo shortie mittelZum einen – und das hat mich in den letzten Wochen einiges an Zeit gekostet – erstrahlt mein Mission:Change nun in neuem Glanz. Die Website http://mission-change.org hat jetzt einen unserem Agenten-Image angemessenen Look. Noch dazu läuft gerade ein Charity-Projekt. Es dreht sich wie zur RingCon im Oktober und November um Outlander. Diesmal aber unterstützen wir Action for Children und Aktion Kleiner Prinz e.V. Zwei weitere großartige Institutionen, die sich um die Kleinen in unserer Gesellschaft sorgen. Mehr dazu findet ihr auch auf der Mission-Website. An dieser Stelle nur ein kleiner Einblick in all die schönen Dinge, die wir diesmal für unsere Unterstützer im Angebot haben. Wie immer limitiert und exklusiv. Besonders der wunderschöne, handgemachte Kettenanhänger von Anika von Sasse-Stuff.de ist eine Bereicherung für unseren nagelneuen Shop.

BoD Cover Nafishur Praeludium beide zusammen sZum anderen hat mich das Autorendasein stark eingespannt. Ich arbeite gerade an zwei weiteren Büchern für meine tolle Agentur Langenbuch & Weiß und zugleich musste die zweite Auflage von Nafishur Praeludium endlich auf den Buchmarkt – vor allem noch vor der Buchmesse. Das hat nun endlich geklappt und so stelle ich Euch an dieser Stelle meine ersten beiden Bücher in neuem Glanz vor: Nafishur Praeludium: Dariel mit der neuen ISBN 978-3-7392-4901-8 und Nafishur Praeludium: Cara mit der neuen ISBN 978-3-7392-4906-3. ACHTUNG: Die beiden haben jetzt ein etwas anderes Format. Wer Dariel von der ersten Auflage besitzt und eine passende Cara-Version möchte: bei mir liegen noch einige wenige. Dariels für die Cara-Besitzer habe ich allerdings nicht mehr (nur noch zwei nicht mehr verschweißte).

Das schöne ist: Jetzt könnt ihr die beiden in jeder Buchhandlung bestellen – soweit ich weiß auch ohne Versandgebühren. Ich bin sehr gespannt, wie die neuen Exemplare aussehen und wünsche Euch damit viel Freude!

Wer die zwei noch gar nicht kennengelernt hat, dem empfehle ich einen Besuch auf Nafishur.de. Dem Fenster in eine andere Welt innerhalb meiner Autorenseite. Hier findet ihr eine kurze Beschreibung und auch jeweils eine Leseprobe.  Wer mir übrigens auf der Leipziger Buchmesse begegnet, der kann gern Nafishur mitbringen. Ich signiere sie euch so ziemlich überall. Außerdem werde ich wohl die eine oder andere Überraschung dabei haben: Feuerzeuge für Nachwuchshexen (nicht jeder meistert gleich den Feuerball), schicke Kulis, Nafishur-Schlüsselanhänger, vielleicht auch etwas von Caras Secret Tea. Auf jeden Fall aber Leseproben und Lesezeichen. Mich suchen lohnt sich also. Am besten, ihr schaut auch immer mal auf meine Socialmedia-Accounts. Dort werde ich während der Messe so oft wie möglich Bericht erstatten (soweit das WiFi vor Ort das zulässt).

22847545584_ebfdc355e2_oDarüber hinaus stand für mich viel Jahresplanung an. Welche Events werde ich besuchen und als was? Als Agent von Mission:Change? Als Autor? Oder als Künstler? Sobald ich mir sicher bin, werde ich Euch die Termine natürlich mitteilen. Was ich schon recht sicher sagen kann: Buchmessen sind für mich ein Must-Have. Ebenso die Photokina. Und mindestens eine der drei ComicCons in Deutschland sollte auch drin sein. Dafür werde ich natürlich fleißig zeichnen und illustrieren und Euch deshalb auch diesbezüglich in den kommenden Wochen Neuheiten präsentieren können. Außerdem habe ich begonnen, an der Modernisierung meiner anderen Websites zu planen. Nun, wo die Website von Mission:Change so schön ist, möchte ich die anderen natürlich aufholen lassen. Ihr dürft gespannt sein.

Ich freue mich darauf, den einen oder die andere von Euch bald auf der Messe zu treffen!

Sincerely

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Am Anfang war das Wort

Am 4. Advent bin ich Euch einen Gedanken schuldig geblieben, den ich bis Weihnachten nicht wieder aufholen konnte. Deshalb gibt es nun gewissermaßen zum Ersatz einen Neujahrsgedanken, der Euch nach Möglichkeit in und durch das neue Jahr begleiten soll.

Manch einer, der meine kleinen „Sonntagsgedanken“ liest und von meinen Romanen weiß, fragt sich vielleicht, wie man zugleich Theologe und Fantasyautor sein kann. Auf der einen Seite die Bibel und strenge Traditionen. Auf der anderen Seite Vampire, Magie und Drachen.
Gut. Für die, die auch die Grundlagen des Glaubens und der Religion für Fantasy halten, ist die Hürde nicht ganz so groß. Aber eigentlich liegen die zwei Welten gar nicht so weit auseinander.
Sehnsucht nach Unsterblichkeit, der Wunsch, Wunder zu wirken und das Außergewöhnliche zu erleben, zu schaffen… Ungeheuer, gegen die wir kämpfen wie David gegen Goliath – das alles findet sich in Fantasyliteratur, in Religionen und im ganz normalen Alltagsleben. Warum also unterscheiden?happy new year
Eigentlich sind wir alle Zauberer; Magier mit der Macht, die Welt zu verändern – nur durch unseren Willenund die Kraft unserer Worte.
Schwachsinn?
„Es werde Licht … und es ward Licht“ gibt’s nicht?
Wann hast Du das letzte Mal zu einem Menschen gesagt „Ich liebe Dich“? Hat er daraufhin gelächelt? Wann wurdest Du das letzte Mal durch die Worte eines anderen zu Tränen gerührt? Was hat mehr Wirkung auf Dich: eine Tablette oder ein Arzt, der mit fester Stimme sagt „Sie werden wieder gesund“?
Es heißt nicht umsonst „jemanden ein Lächeln ins Gesicht zaubern“ oder… „die Magie des Alltags spüren“ oder… „Es grenzt an ein Wunder, dass…“ – Worte haben eine unglaubliche Macht. In der Öffentlichkeit können Worte noch mehr. Sie können Leben zerstören und Panik auslösen – aber auch heilig sprechen und Euphorie auslösen. Aber für diese Macht braucht es nicht unbedingt die Medien. Für uns persönlich reicht das Wort eines Menschen, der bei uns ist – im Guten wie im Bösen.
Das unangenehme am Wort ist, dass es – ist es einmal ausgesprochen oder niedergeschrieben – nicht wieder zurückzunehmen ist. Es bleibt. komme was da wolle. Und es gibt wohl niemanden, der nicht schon Dinge gesagt oder geschrieben hat, die er danach bereut hat. Auch das ist ein Beweis für die Zauberkraft unserer Worte.
Ich weiß genau, welche Kraft meine Worte haben können. Und doch weiß ich ebenso gut, wie oft ein Wort unbedacht meine Lippen verlässt und Schaden anrichtet. Komisch. Mit Worten, die dem Gegenüber gut tun, fällt es mir irgendwie schwerer. Kennt das jemand? Wie schnell sagt man im Streit die dümmsten Dinge ohne Zögern – beleidigt, verletzt, schlägt verbal um sich. Aber wenn wir jemanden gern haben; wenn uns jemand wirklich am Herzen liegt, wie lange hadern wir mit uns, ehe uns einfällt, diesem Jemand genau das zu sagen? Ein „ich liebe Dich“ oder „ich bin so froh, dass es Dich gibt“ in seiner vollen Bedeutung kommt uns viel schwerer über die Lippen.
Können Worte also die Welt verändern? Ja.
Alles um uns und wir selbst sind Teil der Welt, in der wir leben, und egal was wir tun und sagen – es hat Auswirkungen auf diese Welt. Wir müssen weder berühmt sein noch Journalisten. Gut, solche Menschen werden eher gehört. Aber jeder von uns hat ein Gegenüber. Eine Familie, einen Freund oder wenigstens einen Nachbarn oder Kollegen, Bekannte, deren Leben wir streifen. Habt ihr eine Ahnung, wie viel Macht ein einfaches „Guten Morgen“ gepaart mit einem freundlichen Lächeln haben kann?
Ich habe den Selbsttest gemacht. Berlin ist eine Stadt, in der im Großen und Ganzen „keinen niemanden“ kennt. Zumindest scheint man sich jenseits seiner eigenen Straße selten gut genug zu kennen, um sich auf der Straße zu grüßen. Aus kleineren Dörfern kenne ich es anders. Man grüßt sich auf der Straße. Das hab ich einfach auch mal in Berlin versucht und jeden, der entfernt in meine Richtung geblickt hat, freundlich gegrüßt und gelächelt. Die Reaktionen waren toll und augenblicklich ging es auch mir selbst besser und das Lächeln wurde von Gruß zu Gruß auch in meinem Gesicht breiter: In Sekunden spielt sich ein Feuerwerk an Mimik im Gesicht meines Gegenübers ab: Erst Überraschung über die Anrede; dann Verwirrung – „kenn ich die?“; dann Freude über die unerwartet freundliche Geste; und ab und an: Ein ebenso freudiges Zurückgrüßen. Und in diesem Moment weiß ich: Diesem Menschen geht es jetzt besser als vor unserer Begegnung. Und das obwohl wir uns nicht kennen, wahrscheinlich nicht wieder sehen werden und unsere Begegnung nur wenige Sekunden dauerte. Magie. Ein kurzer Zauberspruch mit einer langfristigen Wirkung! Und so ansteckend! Stellt Euch vor, nur jeder 10te lässt sich anstecken und lächelt und grüßt ebenfalls andere, anstatt grimmig und müde umherzuschauen. Der Gedanke, wie einer allein eine ganze Kette an gut gelaunten Menschen auslösen kann – mit nichts außer einem Lächeln und einem dahingemurmelten Gruß – ist das nicht unglaublich schön?
Es ist leicht. Es tut nicht weh. Es kostet weder Zeit, noch Geld, noch Mühe. Aber vielleicht ist diese kleine Geste ein Schmetterlingschlag, der ein ganzes Leben verändert. Denn es ist erwiesen: Wenn wir gute Laune haben, sind wir Menschen hilfsbereiter, geduldiger, verständnisvoller. Wer also im neuen Jahr auch mal den Selbstversuch starten will, sei herzlich eingeladen, mit etwas Magie die Welt zu verändern!
In diesem Sinne ein frohes neues Jahr 2016 wünsche ich Euch allen! Die Macht sei mit Euch und Eurem Wort und Eurem Lächeln! 😉

Sincerely,

the wingscriber pls sig