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Category: Report

„In Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit“

Dieses Zitat von Thomas Carlyle steht auf einem meiner Messemitbringsel und drückt am besten aus, weshalb dieser Messebericht etwas ausufern könnte. Meine „gewesene Zeit“ auf der Buchmesse wäre auch ein eigenes Buch wert. Es ist so viel passiert, von dem ich Euch berichten will.

Am schönsten sind all die Eindrücke, die mit besonderen Menschen verbunden sind. Und davon habe ich jede Menge getroffen – solche, die ich schon kannte und vermisst habe, und solche, die ich  neu kennenlernte und schon jetzt vermisse. Autorenkollegen und Blogger, meine tolle Agentur und mein neues Verlagszuhause, engagierte (für mich) neue Gesichter bei BoD und begeisterte Leser. Ich konnte so viele Gespräche führen, dass ich jetzt noch heiser bin. 🙂

Aber fangen wir am Anfang an. Am Mittwochmorgen. Um drei Uhr morgens, um genau zu sein. Als Emily – mein lieber Schützling von Author Wing – mich weckte, weil mein Wecker entweder geschwiegen oder hoffnungslos versagt hatte (kein Wunder, wo ich doch das letzte Mal gegen eins auf die Uhr gesehen hatte). Tags zuvor hatte mich mein verlässlicher Wegbereiter Flixbus von Berlin nach Leipzig gebracht und nun sollte Teil II folgen: Die Autofahrt nach Frankfurt. Unser Ziel: Bis zehn an der Messe zu sein. Wir waren kurz nach acht da. Und so aufgedreht, als könnten wir nicht ausgeruhter sein. Während der Autofahrt jagte ein guter Song den nächsten und im guten Gewissen, dass niemand zuhört, grölten wir so laut wie möglich mit (wir waren also zugegeben schon vor der Messe das erste Mal heiser).

Und dann kam kurz nach unserer Ankunft dieser erste besondere Moment. Der Moment, wenn das Piepen des Scanners Dir sagt: Du bist da, Willkommen auf der Buchmesse. Noch kurz zur Garderobe und einmal um die Ecke – durch die erste Tür direkt in Halle 3. Der Moment, der in Filmen damit beginnt, dass man in Großaufnahme die strahlenden Augen und das immer breiter werdende Grinsen der Protagonisten zeigt, um dann immer weiter rauszuzoomen und dem Zuschauer das zu präsentieren, was sie so glücklich macht: Bücher. Eine gigantische Halle voller Bücher. Eins neuer und schöner als das andere. Und das Wissen: Das ist nur eine Halle von vielen. Herrlich.

Es gibt nur ein Gefühl, dass diesen Moment zu dieser Zeit noch toppen konnte: Nur wenige Meter gerade aus und wir standen vor dem Stand von BoD – und damit vor unseren Büchern, die dort den Messetisch zusammen mit lauter anderen schönen Exemplaren zierten. Auf der weltgrößten Buchmesse durften meine Nafishurs stehen. Was für ein wahnsinns Gefühl. Danke fürs Möglich Machen, BoD! Wenn ich von „unseren Büchern“ spreche, dann liegt das übrigens daran, dass vor kurzem Emily’s erster Roman „Kontaminiert“ erschien und mich zur stolzen „Roman-Oma“ macht, denn irgendwie fühlt es sich so an, als hätte ich Emily bis hierher etwas… bemuttert. Aber ich schweife ab (allerdings habe ich Euch ja eben schon davor gewarnt)… Für Emily war vielleicht auch der beste Kaffee der Messe (am BoD-Stand) nach dieser irren Autofahrt ähnlich phänomenal, aber das Funkeln in ihren Augen, als sie ihr Kontaminiert stehen sah, sprach für sich: ihr ging es ganz genauso wie mir. 😉

Kurz nach unserer Ankunft habe ich mit meiner Agentur über ein neues Projekt gefachsimpelt und freue mich jetzt schon darauf, Euch bald davon zu erzählen, denn ich werde mit diesem Projekt meine Fühler in ein anderes Genre ausstrecken. Ein Genre, das ich eigentlich sogar noch mehr liebe als die Fantasy (ja, das geht – es ist schwer, aber möglich). Insider dürfen an dieser Stelle erste Hypothesen äußern. 😉 Darüber hinaus war der Mittwoch vor allem dafür da, die Messe kennenzulernen, den Lageplan mit allen wichtigen Standorten bei mir im Hinterkopf an die Wand zu pinnen (was ausgesprochen sinnvoll war, weil ich den Rest der Messe über für jedermann den Reiseführer spielen würde).

Am nächsten Tag habe ich mich mit meiner Lektorin von feelings, die ich endlich persönlich treffen durfte, über „Houston Hall – Schatten der Vergangenheit“ ausgetauscht. Das Cover steht und begeisterte feelings, bald wird sich herausstellen, ob es auch Euch Leser begeistern wird. Auch der Klappentext ist schon fertig und am Sonntag werde ich dann hoffentlich die letzte Lektoratsrunde abgeschlossen haben. Denn nun steht der Tag: Mein erstes Verlagsbuch wird am 02.01. erscheinen – als Ebook und Print on Demand. Darin werde ich Euch in das Schottland der 60er entführen – der 1960er und der 1660er und der 1760er… Hä? Lasst Euch überraschen von historischer Romantasy. 😉 Von einem etwas griesgrämigen Laird, der erst einem aufmüpfigen, geheimnisvollen Dienstmädchen begegnen muss, um wieder aufzutauen und nebenher das tragische Geheimnis um seine Familie zu lösen. Von schottischen Legenden und Fabelwesen, die lebendig werden, und vergangenen Geheimnissen, die ihre Schatten bis in die Gegenwart fallen lassen.

Im Anschluss an das Gespräch mit meiner Lektorin umrundete ich den schönen, orangenen Messestand (eher eine großzügige 3-Zimmer-Wohnung) von Droemer Knaur und entdeckte Sebastian Fitzek in der VIP-Lounge. Worüber wir uns unterhalten haben, werde ich Euch hoffentlich bald berichten können. Ich bin gespannt, was ihr zu unseren Plänen sagt – so sie gelingen.

Und dann war da noch das „kleine“ Bloggerinterview mit Kitterella, das leicht ausuferte. Statt geplanten 30 Minuten, plapperten wir gute zwei Stunden miteinander und hörten erst auf, als wir mit anderen Terminen kollidierten. Teilweise half nur der Videomitschnitt. Und das, wo ich noch nicht ein Video gesehen habe, auf dem ich nicht doof in der Weltgeschichte herumzappel und albern lache. Man darf gespannt sein!

Außerdem traf ich am Donnerstag auch zum ersten von so einigen Malen auf Ireen Bow. Es war ein riesen Spaß und ihr werdet staunen, wenn wir Euch (hoffentlich bald) berichten werden, was wir zwei uns gemeinsam ausgedacht haben. Ich gründe ja immer mal gern Dinge… Lasst Euch überraschen, worum es diesmal gehen könnte. 😉

Der Freitag ließ mich in Erinnerungen schwelgen und wieder zum Studenten werden. Es ist schön, dass sich meine verschiedenen Jobs so gut miteinander verknüpfen lassen. Ich hatte den Auftrag, Prof. Dr. Dr. hc mult Markschies auf dem Blauen Sofa des ZDF zu fotografieren. Er ist der Grund für meine schönsten Studienerinnerungen, denn er hat die spannendsten Exkursionen gemacht. Dank ihm konnte ich Kulturen und Bauwerke sehen, deren Anblick ich niemals vergessen werde. Bauwerke, die es heute wegen Terror und Fanatismus in Syrien nicht mehr gibt. Ich hätte damals, 2008, nicht gedacht, dass es meine letzte Chance sein würde, Palmyra, Aleppo und viele andere prächtige Orte und Städte zu fotografieren, zu sehen, zu erleben. Der Gedanke, dass diese unglaublich alte, schöne und denkwürdige Architektur zerstört wurde, macht mich unfassbar traurig. Der Gedanke, dass ich die Chance hatte, all das noch einmal zu sehen, macht mich dankbar. Am Messefreitag durfte ich meiner Dankbarkeit Ausdruck verleihen. „Aufbruch oder Katerstimmung?: Zur Lage nach dem Reformationsjubiläum“ heißt Professor Markschies neues Buch. Für Theologen wie ich so nebenbei auch einer bin, ist das eine berechtigte Frage – und vielleicht ja auch für Interessierte darüber hinaus.

Jenseits dieses kleinen Flashbacks hatte ich vor allem die Freude, viele liebe Menschen zu treffen. Endlich lernte ich Nadine von Outlander Germany persönlich kennen und auch dieser Tag wurde durch ein lustiges und schönes Bloggerinterview aufgewertet. Diesmal war es sogar ein „flotter Vierer“. Tamara brachte noch Stella mit und ich Emily und so gab es zwei Interviews für alle. Ich finde es immer wieder faszinierend, dass ich tatsächlich neue Fragen höre – egal wie viele Interviews kommen. Ihr seid so kreativ darin, uns Autoren aufs Neue zum Schwitzen zu bringen. Ich freue mich schon darauf zu lesen, was ihr aus unseren Antworten gezaubert habt.

Der Samstag war dann mein persönlicher Messehöhepunkt. Frühstück bei BoD, ein schönes Interview mit Buntes Tintenfässchen im schönsten Sonnenschein auf der Agora und dann am Nachmittag der Fantasyworkshop, den ich zusammen mit Laura Newman für und mit BoD in deren Workspace halten durfte. Thorsten Simon, der Pressesprecher von BoD, fragte uns aus über unsere Techniken und Erfahrungen beim Erschaffen und Schreiben von Fantasywelten. Dank Laura und hoffentlich auch ein kleines Bisschen meinetwegen war der Workspace mehr als gut gefüllt. Man kann mit Fug und Recht von einer Thrombose in den zwei umliegenden Gängen reden. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, sich den Fragen zu stellen und dadurch auch seine eigenen Techniken zu reflektieren. Ein großes Dankeschön für diese tolle Chance an BoD und auch an Laura, mit der dieser Workshop wirklich klasse funktioniert hat.

Direkt im Anschluss und auch im Workspace fand dann das Fantasy-Meet & Greet statt. Nun nicht mehr mit Laura, die bereits zum nächsten Termin eilen musste, sondern mit Mira Valentin, die frisch von ihrer Siegesfeier zu uns stieß. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle nochmal zum Kindle Story Teller Award, Mira! Ich habe mich sehr gefreut, dass dieses Meet & Greet auch mir die Chance gab, Dich, Mira, besser kennenzulernen. Ich habe so das Gefühl, dass das nicht unser letztes Zusammentreffen war. Es würde mich zumindest freuen, gemeinsam ein paar Pläne zu schmieden. Dein Energydrink hat mich übrigens als Nicht-Kaffee-Trinker echt über den Tag gerettet! Sehr lecker!

Ein zusätzliches Schmankerl war das anschließende Videointerview mit BoD. Ich bin gespannt, ob ich irgendetwas brauchbares von mir gegeben habe, dass vielleicht noch den Weg auf die BoD-Website finden wird.

Der Sonntag war schon am Morgen überschattet vom Der-letzte-Tag-Gefühl. Koffer packen, Unterkunft ein letztes Mal verlassen, Auto vollpacken, das letzte Mal die U-Bahn zur Messe nehmen… dem Violinisten in der U-Bahnstation der Messe eine Spende dalassen und sich ein letztes Mal bei der Security bedanken, die wacker tausende von Taschen täglich kontrolliert haben, der Garderobiere einen schönen, letzten Messetag wünschen und dann nochmal durch so viele Hallen wie möglich tigern. Überall stoppen, wo wir liebe Menschen getroffen haben, und nochmal das Gespräch suchen – einfach weils so schön war. Zum krönenden Abschluss noch ins Booktubertreffen platzen, ein Selfie mit Laura machen (in der Aufregung doch glatt am Samstag vergessen, aber Erinnerungen müssen sein) und direkt noch ein spontanes Videointerview mit Babsi geführt. Ich hoffe, Bild und Ton haben trotz Messechaos und Nachmittagssonne mitgespielt und es macht Euch Spaß, dann das fertige Video zu sehen.

Danach hieß es dann für uns auch direkt: Aufbruch – zurück in das andere Leben, das außerhalb der Buchmesse, wo die Zeit still steht und zugleich an einem vorbeirast. Es war eine grandiose Zeit und um so emotionaler war die Heimfahrt. Aber Moment. Ich habe Euch nur von der Messe selbst berichtet. Dabei hatte doch jeder Abend so seine ganz eigenen Highlights. Hier also noch ein „kleiner“ Einblick in unsere Abendgestaltung.

Mittwoch endete mit einem Pub’n’Pub nach einem Tag, der um 4 Uhr morgens nach knapp zwei Stunden Schlaf begann und einfach nicht enden wollte. Müde waren wir trotzdem nicht. Den Impuls für den Abend gab Frank Behrendt. Er sprach darüber, mutig und dankbar zu sein, etwas mehr Optimismus zu verbreiten und sein Leben zu nutzen und dabei zu genießen. Eine Einstellung, die ich nur begrüßen kann (solltet ihr meinen letzten Blogpost hier gelesen haben, könnten Euch Parallelen auffallen. Ich jedenfalls musste schmunzeln). Danach war dann das Pub-Dasein angesagt und im Nu hatte sich um uns eine kleine Traube gebildet und wir redeten über alles – von unseren Büchern bis hin zu Weltpolitik, vom peinlichen Urlaubserlebnis bis hin zum Bildungssystem. Leander Wattigs Pub’n’Pub ist in meinen Augen die schönste Art, sich in der Literaturwelt zu vernetzen und wer’s noch nicht erlebt hat, sollte das dringend ändern.

Donnerstag wollten wir es mit einer Krimilesung im Institut für Rechtsmedizin ruhig angehen lassen. Nach dem langen Messetag mussten wir uns aber eingestehen, dass das Ganze etwas zu ruhig war. Und so zogen wir dann um – in eine Trattoria. Auch dort hieß es wieder: tolle neue Kollegen kennenlernen, reden bis die Stimme aufgibt und in meinem Fall: Massagen verteilen. Nach all den Eindrücken während der Messe war der Abend herrlich erholsam – bis auf zwei rasante Taxifahrten zur Lesung und dann wieder fort. Man kann ohne zu übertreiben behaupten: Wenn vier Autoren es eilig haben, wird auch eine Taxifahrt zu einem Erlebnis. Vor allem, wenn trotz Smartphone keiner in der Lage ist, die korrekte Adresse zu nennen. Es gab definitiv einen runden Spannungsbogen: Zeitdruck, die Jagd nach einem freien Taxi, die Aufregung, das Auf die Straße Springen, um eines anzuhalten. Dann der erste Twist: Wir haben es eilig, aber wohin wollen wir überhaupt? Rasch darauf die Lösung: Slawivka tritt als weise Instanz in letzter Sekunde auf und weist uns den Weg. Eine wilde Hatz gegen die Zeit beginnt. Wir erreichen unser Ziel – beinah pünktlich. Die Vorfreude ist groß und gespannt betreten wir den mit eingelegten Hirnen und Mägen dekorierten Hörsaal. Und dann Twist zwei: Die Lesung ist nicht, was wir erwarteten. Die kleine Reise war vergebens. Unser Ziel wird neu gesetzt, die Route neu berechnet: Spaghetti, wir kommen!

Am Freitag hatte ich eigentlich eine kleine Fototour durch Frankfurt geplant. Sie wurde dann noch kleiner, als ich spontan mit Emily zur Party der Independents (Hot List 2017) ins Literaturhaus ging. Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht so sehr der Partymensch als mehr jemand für gepflegte Konversation bin. Aber zum Glück konnten wir im Literaturhaus beides bekommen – vor allem wenn man Tanja Steinlechner vom Schreibhain begegnet. Ich habe lange nicht mehr so viel gelacht wie an diesem Abend. Und das schönste waren unsere Spaziergänge am Main entlang zur Location und später wieder nach Hause. So kam ich dann auch zu meiner Fototour. 🙂

Der Samstag war so ereignisreich, dass wir irgendwie das Essen vergessen haben (gut, an den anderen Tagen war das auch nicht wirklich anders, aber der Samstag ist eben der Messesamstag und jeder, der schon mal an einem Messesamstag auf einer Messe war, weiß, was ich meine). Dementsprechend zogen wir mit zwei weiteren reizenden Kolleginnen – Mira Mart und Cara Mattea – in Frankfurts Kaiserstraße um kaiserlich zu speisen… und letztlich in einem Burgerladen zu landen. Noch nie hat ein Burger so gut geschmeckt wie an diesem Tag. Was möglicherweise auch am extremen Hunger gelegen haben könnte. Wir blieben, bis die Stühle auf die umliegenden Tische gestellt wurden und uns immer deutlicher wurde, dass die Belegschaft endlich Feierabend machen wollte (hatten wohl auch einen langen Tag). Wir tauschten uns aus über die Vor- und Nachteile von Verlagen und Selfpublishing, klagten uns unser Leid rund ums Schreiben und Lektorieren und schoben uns möglichst zeitgleich mehr Pommes und Burger rein.

Als dann der Sonntagabend kam, war die Messe plötzlich vorbei – und wir schon fast wieder in Leipzig (meine liebe Emily hatte mich ab dort mitgenommen, so dass ich diesmal keine ganz so lange Flixbusfahrt hatte). Dementsprechend konnten wir die ganze Fahrt über in Erinnerungen schwelgen, abwechselnd Lachen vor Freude und Wimmern, weil nun schon wieder alles vorbei war. Wochenlang bereiteten wir uns vor, schufen Leseproben und andere Give Aways, planten Termine und freuten uns auf die Zeit – und dann ist alles so schnell vorbei. Wenn man dann so in seinen Messeblues verfällt, ist es schön, jemand gleichgesinnten neben sich zu wissen. Gemeinsam „leiden“ ist doch schöner als allein. Und zum krönenden Abschluss lagen wir im Garten hinter Emilys Zuhause auf dem Boden und sahen synchron mit meiner Kamera auf die Milchstraße – natürlich nicht, ohne direkt neue Buchideen zu produzieren. Was für eine schöne Zeit.

Und an dieser Stelle will ich mich nochmals bei allen bedanken, die diese Buchmesse für mich zu so einem einzigartigen Erlebnis gemacht haben. Wen genau ich dabei im Sinn habe, wird wohl aus dem kleinen Roman hier deutlich genug. Ich danke Euch und ich freue mich schon jetzt auf unser Wiedersehen auf der BuchBerlin, der German Comiccon in Dortmund, der Leipziger Buchmesse und all den anderen Events, die dann 2018 auf uns warten!

Und danke auch an Euch fleißige Blogleser, die ihr bis hierher durchgehalten habt. Um diesen Bericht nicht noch länger zu machen, belasse ich es an dieser Stelle dabei. Bald aber werde ich Euch mehr zu Houston Hall – Schatten der Vergangenheit berichten können, Euch mein Cover zeigen können und die nächsten Eventankündigungen mit Blick auf die BuchBerlin und die nächste German Comiccon vom Stapel lassen. Außerdem stehen noch einige Bloggerinterviews aus, die wir digital nachholen, weil die Messezeit einfach nicht für alle reichte. Und sonst so? Neue Missions, neue Fotos, Weihnachtsüberraschungen und neue News. Freut Euch drauf und genießt das herrliche Herbstwetter!

Sincerely

P.S.: Ach Du Schande, ist das lang geworden! Ich hätte vielleicht einen Zweiteiler draus machen sollen. 😉 Tut mir leid.

Nach der Comiccon ist vor der Buchmesse

Vor einer Woche um diese Zeit hieß es Halbzeitpause für die German Comic Con in Berlin. Ein ereignisreicher Tag lag hinter uns. Und wenn man den Freitag als Aufbau-Tag mitzählt, dann sogar zwei. „Uns“, das meint in diesem Fall ein weiteres Mal meine Mutter und mich. Sie scheint langsam auf den Geschmack zu kommen, was Conventions angeht.
Ich genieße diese ganz besonderen Wochenenden im Jahr auch immer in vollen Zügen. Danach würde ich zwar am liebsten Urlaub machen, aber es lohnt sich. Jedes Mal treffe ich Freunde wieder und entdecke neue. Sei es Sven, der Supervisor an der Comicstage, der immer gut gelaunt war und für jedes Problem eine Lösung fand, oder unsere Freunde von Deleted Scenes, die wir eigentlich auf jeder Comic Con treffen. Mein Mitbringsel ist der supersüße Adventskalender von Melanie Stoll. Ich liebe ihre Illustrationen. Überhaupt ist es inspirierend, unter so vielen anderen kreativen Köpfen zu sein und zu begreifen, dass es noch mehr Menschen gibt, die so verrückt sind, wie man selbst. Auch wenn für Streifzüge durch die Artist Alley für uns Künstler eigentlich nur morgens vor dem ersten Ansturm und am Abend nach Auszug der Besucher Zeit bleibt.

Mein persönliches Highlight war in diesem Jahr mein Workshop. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich hätte nie damit gerechnet, dass es so viele in den Workshopraum treiben würde, bei all den tollen Ablenkungen in den Messehallen. Wir merkten gar nicht, wie die Zeit vergeht und ich habe festgestellt, dass ich für eine Autorin ziemlich viel am Stück reden kann – und will. Zum Glück schienen meine Zuhörer wach, neugierig und gut unterhalten zu sein. Zumindest habe ich niemanden schnarchen gehört.
Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass mir Workshops und Vorträge viel Spaß machen und ich dringend mehr davon brauche. Ich bin selbst noch am Anfang, aber vielleicht erinnere ich mich ja auch gerade deshalb noch sehr gut daran, wie dankbar man für jeden Rat und Hinweis ist und wie schön es ist, wenn man vor Fallstricken und Fehlern gewarnt wird, bevor es zu spät ist.

Aufregend war natürlich auch die Lesung am Sonntag auf der Comicstage. Vor allem vorher. Denn sie musste mit dem Game of Thrones-Panel mithalten. Ich hatte ehrlich mit einem durch Abwesenheit glänzenden Auditorium gerechnet. Aber auch bei meinem zweiten Auftritt wurde ich überrascht. Trotz Panel und Schwertkämpfen und vielen anderen Ablenkungen ließen mich meine Leser und zukünftigen Leser nicht im Stich. Zum zweiten Mal habe ich zur Belohnung ein Stück aus den zweiten Bänden von Nafishur vorgelesen. Yngwie, mein Feuerdrache von den Dragonfairy’s, hat mich wieder begleitet und für mich mitgelächelt. Ich konnte ihn zum Glück davon überzeugen, weder meine Zuhörer noch meine Bücher in Brand zu setzen.

Wenn ich nicht gerade unterwegs war, dann war ich an meinem Stand zu finden – zwischen Mini-Heldinnen und meinem Tiger. Ich hab gezeichnet, signiert, Bücher verteilt und Fragen beantwortet wie „Wie lange brauchst Du für so eine Zeichnung?“. Ich habe die ganze Woche gebraucht, um wieder vernünftig reden zu können. Über das Leben auf einer Con oder Messe hinwegzuschreien ist gar nicht so einfach (darüber hinweg seine Besucher zu verstehen, übrigens auch nicht). Aber ich habe mich über jeden gefreut, dass Muffin mampfend bei uns stehen blieb, um in meinem Portfolio zu blättern, mit beim Zeichnen zuzusehen oder mehr über meine Bücher zu erfahren. Am schönsten war immer wieder der Moment, in dem neue Leser eine der Besonderheiten meiner Bücher entdeckten. Wann immer ich beide Bücher nahm und Rücken an Rücken aneinanderlegte, während ich die zwei Sichtweisen erklärte, schossen die Brauen zusammen mit den Mundwinkeln nach oben. Und wann immer ich im Laufe der kommenden Wochen fluchen werde, weil es einfach aufwändiger ist, zwei Bücher parallel zu schreiben anstelle von einem, werde ich mich an diese staunenden Gesichter erinnern. Eine tolle Motivation! Danke dafür! 🙂

Wie schon im letzten Jahr war ich kurz versucht, mein Traum- und Wunschauto schlecht hin zu … leihen. Einen schwarzen, „leicht“ modifizierten Pontiac Firebird Trans Am – natürlich nur, wenn zu den Modifizierungen auch K.I.T.T. gehört. Ja, ich habe Knight Rider gesehen. Ja – ausschließlich wegen des Autos. Wie kann man diesen Wagen nicht haben wollen? Ich bin mir sicher, K.I.T.T. würde mir zustimmen, dass es kein besseres Fahrzeug gibt. Im letzten Jahr hatte ich noch keinen Führerschein. In diesem Jahr war die Versuchung ergo noch größer. Aber nein, ich fahre immer noch mit den Öffentlichen (und das habe ich vorgestern, während Xaver Berlin verwüstete, bitter bereut).
Nun ist die Comic Con vorüber, doch die nächste wartet schon am Horizont. Ja, ich werde auch auf der German Comic Con in Dortmund zu finden sein und hoffe, den einen oder die andere dort wiederzusehen oder neu kennenzulernen. Aber bevor es nach Dortmund geht, steht noch Frankfurt an. Ab Mittwoch werde ich mit meinem lieben Ex-Schützling Emily auf der Frankfurter Buchmesse unterwegs sein. Dann lerne ich ein paar Gesichter kennen rund um mein erstes Verlagsbuch, treffe meine reizenden Agentinnen und werde Teil eines coolen Fantasy-Workshops am BoD-Stand (Halle 3, Stand K16) sein – gemeinsam mit meinen lieben Kolleginnen Mira Valentin und Laura Newman. Im Anschluss werde ich auch noch beim Meet&Greet sein.

Hier für Euch zur Übersicht:

15.00 – 15.45 Uhr: „Genre schreiben: Fantasy – Tipps für Autoren”

16.00 – 16.45 Uhr: „BoD Bookdate: Fantasy”

Wir freuen uns auf Euch und die ganze Messe! Ich werde auch trotz Bitte um kleine Taschen so viele Leseproben, Lesezeichen und Co wie möglich dabei haben – und vielleicht sogar ein paar Bücher. Das kommt auf das Fassungsvermögen meines Koffers an (und darauf, ob ich wieder bereits im Bus meine Bücher loswerde wie auf meiner Fahrt nach Leipzig im Frühjahr).

Und nun werfe ich mich wieder ins Lektorat zu Houston Hall. Schatten der Vergangenheit, um nach der Messe endlich wieder Zeit für Nafishur zu haben und Euch zum Jahreswechsel mit vielen neuen Geschichten erfreuen zu können. Bis bald!

Sincerely

Olympus PlaygroundP.S.: Für die von Euch, die mir eher wegen meiner Kunst als wegen meiner Bücher folgen: Ich war auch jenseits des Schreibens und Con-Besuchens fleißig. Am Wochenende vor der Con habe ich mit zwei Models im Olympus Playground gespielt. Es war ein köstliches Spektakel – wenn man vom Schlange Stehen im Regen absieht. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Schaut doch mal bei den Resultaten vorbei:

Und wen auch das nicht reizt. Auch gezeichnet habe ich. Und am Rad gedreht. Am Zahnrad. Victor Mids und sein Mindf*ck/Mindmagic haben mich zu einem verrückten Bild inspiriert. Am verrücktesten aber war, dass ich ihn prompt in Berlin traf – leider, als mein Bild noch nicht fertig war. Zu schade. Was haltet ihr von der Zeichnung? Auch ein Mindf*ck? 😉

Einmal mehr Saal Digital

Schöne Bilder drucken zu lassen, macht süchtig. Vor allem, wenn das Resultat überzeugt. Ich habe im Laufe der Jahre sicher an die 500.000 Bilder angesammelt, wenn ich sie auf all meinen Festplatten zusammenzählen würde. Zum Glück existieren die meisten nur digital. Trotzdem gibt es so ein paar Lieblingserinnerungen und Lieblingsmomente, die ich gern in gedruckter Form bei mir wissen möchte. Nicht nur für Euch in meinen Portfolios oder zum Kaufen, sondern auch einfach so und einfach für mich. 🙂 Zurzeit sitze ich am Lektorat meines ersten Verlagsbuches. Die Geschichte ist gerahmt von einem kleinen Gedicht, das ich schon vor Jahren für meine Mutter geschrieben habe. Heute vereint der kurze Text gleich mehrere besondere Erinnerungen in sich.

Und nun habe ich den Text optisch etwas aufgewertet durch ein Bild mit ebenso vielen Erinnerungen und beides zusammen in einen Acryldruck verwandelt. Wie auch bei meinem Coverportfolio bin ich wirklich zufrieden mit der Qualität des Produkts. Ich habe die 10mm-Version mit glänzender Oberfläche bestellt in A4 und mit „Profirahmen“. Das Bild ist gestochen scharf, die Acrylplatte sehr sauber gearbeitet und völlig frei von Einschlüssen oder Kratzern. Die Bestellung über die Hauseigene Software war einfach und unkompliziert und der Versand ging erstaunlich schnell. Das Bild war mehrfach geschützt durch Folien und Pappen, so dass auch beim rüpelhaftesten Postboten nichts hätte passieren können. Inzwischen hängt das Bild im Zimmer meiner Mutter an der Wand und sieht einfach gut aus. 🙂

Das Bild im Druck. Wobei es nicht einfach war, das Bild abzufotografieren. Durch den Glanz sieht man zu viel von der Umgebung (mich zum Beispiel).

Die gut versteckte Befestigung für das Bild

10mm dicke Acrylschicht

Hier ist die Farbtreue besser zu erkennen, nur stören hier die Spiegelungen. 🙂 Aber ich denke, die Qualität des Drucks ist dennoch gut zu erkennen.

Acryldrucke finde ich für Fotografien wunderschön. Sie werten das Bild auf, verleihen ihm Tiefe. Als nächstes würde ich zu gern ein paar schöne Schwarz-Weiß-Aufnahmen in Acryldrucke verwandeln. Vielleicht eines meiner Londonbilder? Was würdet Ihr Euch gern an die Wand hängen?

Sincerely

P.S.: Leider scheint – zumindest in meinem Browser – die Qualität der Bilder in diesem Beitrag zu leiden. Ich weiß nicht warum dem so ist, aber gerade um die Qualität des Drucks zu begutachten, ist das natürlich schlecht. Deshalb habe ich für meine zwei Saaltests einen Ordner in Flickr erstellt. Dort könnt ihr Euch die Bilder vom Acryldruck – und auch noch mal vom Fotobuch – genauer ansehen. Klickt einfach auf das Bild hier unten:

Saal Digital Test

Festival Fantasia

Vor zwei Wochen um diese Zeit kämpften ein halbes Dutzend Autoren und deren treueste Gefolgsleute im Königreich Schierke nahezu verzweifelt gegen die Macht des Windes an, um ihr Obdach zu schützen. Sie nutzten all ihre Kraft und ihren Starrsinn, aber nach vielen Stunden des Engagements mussten sie machtlos miterleben, wie die Beine ihres Zelts sich mehr und mehr verbogen und schließlich vollständig brachen…

Dramatisch. Aber ich sollte von vorn anfangen. Vorn, das ist in diesem Fall das Hochwasser, das zu dieser Zeit vielen Orten im Harz schwer zusetzte. Erschrocken sahen wir die Nachrichten und fragten uns, wie wir trockenen Fußes zum Festival Fantasia nach Schierke kommen sollten. Wir – das waren in diesem Fall meine Mutter und ich, denn sie hatte sich bereiterklärt, mich auf meine Reise in dieses fantastische Königreich der Feen und Elfen zu begleiten.

Wir waren unglaublich froh und erleichtert, als wir es am Freitag trockenen Fußes in ein trockenes Schierke schafften und von der Sonne und vielen freundlichen Menschen begrüßt wurden. Die Tourist Info war so freundlich, eine große Ladung Nafishurbücher für mich in Empfang zu nehmen, so dass ich nicht 50 Bücher mittels Flixbus transportieren musste (das wäre neben dem Kameraequipment, Leseproben und was ein Autor und Fotograf sonst noch so braucht auch schwierig geworden). Bis auf einen kurzen Schauer am Freitag Abend vor dem Event und einem kurzen Schauer am Sonntag Abend am Ende des Events blieb es zum Glück sonnig und trocken. Eigentlich war das Wetter perfekt für dieses besondere Fantasy-Event, das im Freien stattfand. Das Einzige, das zumindest unserem Lesezelt Schwierigkeiten machte, war der Wind, der immer wieder in Böen unter unser Dach blies. Am Sonntagnachmittag war es dann tatsächlich so weit und unser Zelt gab den Geist auf.

Aber bis zu diesem Zeitpunkt folgte eine Lesung der Nächsten. Dank einiger Werbeunterstützung durch ganz großartige Händler (Besonders dank Dragonfairy’s Glücksdrachen) hatte ich immer neugierige Zuhörer (sogar einen Feuerdrachen, der von den Dragonfairies zu mir herübergeflogen ist und sich auf meiner Schulter niedergelassen hatte). Aber ich habe nicht nur aus Nafishur berichtet und unsere Gäste mit Cara, Ginga und Dariel bekannt gemacht. Ich hatte auch die Freude, Wissen weitergeben zu können. Mein Schreibworkshop war ein voller Erfolg und uferte in ein angeregtes 3Stunden-Gespräch aus.

Ich hatte und habe selbst viel Unterstützung auf meinem Weg erfahren und ich bin dankbar genug dafür, um so viel Wissen und Gedanken wie möglich an andere, zukünftige Autoren weiterzugeben. In diesem Sinne auch eine herzliche Einladung an die Leser meines Blogs: Wenn ihr Fragen habt: Immer her damit. 🙂

Ich habe es eben schon angedeutet: Ich war nicht nur als Autorin in Schierke, sondern auch als Fotografin. Das Resultat sind über 400 Fotos mit unglaublichen Wesen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Ich habe Feen und Elfen gleichermaßen ins Bild gebannt wie Vampire und Hexen. Vor mir kämpften Krieger und zauberten Druiden. Wer alle Bilder sehen will, kann gern in mein Album schauen.

Das Festival Fantasia hat uns wirklich verzaubert. Nicht zuletzt durch all die wunderbaren Menschen (und alles andere an Wesen), die wir dort kennenlernen durften. Neben Dragonfairy’s Glücksdrachen samt ihren süßen Schwausis (dazu bald mehr, denn wir haben eine gemeinsame Überraschung für Euch) haben sich uns noch so einige andere liebe Menschen ins Gedächtnis und ins Herz gebrannt: Leslie-Ann mit ihrer Mutter und ihren wunderschönen, nostalgisch-romantischen Schmuckstücken, Cartara mit ihrem besonders elfenhaften Kunsthandwerk, den verrückten Hutmacher mit Hüten jenseits von jeder Vorstellungskraft und Sinari-Fae, die mit ihrer Kunst aus jedem eine Fee machen kann. Und das sind nur die, die mir gerade einfallen. Es war uns ein Fest, Euch alle kennenzulernen. Ihr habt das Festival vor allem auch für meine Mutter zu etwas ganz Außergewöhnlichem und Guten gemacht. Es ging uns mit oder ohne Lesezelt gut wie lange nicht. Als wir kein Obdach mehr für die restlichen Stunden hatten, wurden wir von Annett und Marko und ihren Drachen freundlich aufgenommen und eingeladen, bei Sinari Fae doch eine spontane kleine Lesung zu halten.

Es war wirklich eine schöne Zeit! Vielen Dank an alle, die sie uns versüßt haben.

Sincerely

Cover Cover Cover – mit Saal Digital

Vor einigen Tagen hatte ich das Glück, einen Gutschein von Saal Digital für ein Fotobuch zu bekommen. Ein großartiges Timing, da ich lauter Premadecover gebastelt habe und daraus sehr gern ein schönes Portfolio bauen wollte. Inzwischen ist das fertige Buch bei mir angekommen und ich möchte es mir zu gern näher mit Euch ansehen.

Wie schon bei meinen anderen Fotobüchern von Saal Digital bin ich auch dieses Mal wieder begeistert. Ich habe die Hochglanzversion gewählt. Dementsprechend empfindlich ist die Oberfläche. Aber dennoch sind nirgends Kratzer oder sonstige Schäden zu sehen. Das Papier ist auf allen Seiten in sehr gutem Zustand.

Ich habe Cover gewählt, die von ihrer Farbe und ihren Kontrasten her eine möglichst große Vielfalt abdecken. Auch hier kann ich sagen: die Farb- und Kontrastwiedergabe ist ausgezeichnet. Gelungen finde ich auch die Bindung: Die aufgeschlagenen Seiten können vollkommen flach liegen, so dass auch ein Panoramabild ohne Verlust sichtbar wäre.

Auch die filigranen Muster sind gestochen scharf. Das Ergebnis ist wirklich mehr als zufriedenstellend. Was meint ihr? Gefällt Euch das, was ihr von meinen Covern seht? 🙂

Ich bin wirklich begeistert und kann Saal Digital nur empfehlen. Probierts doch auch mal aus?

Sincerely

P.S.: Nachdem ich nun noch einen zweiten Test mit einem Acryldruck gemacht habe, habe ich die Bilder nochmal in Flickr hochgeladen. So habt ihr die besten Möglichkeiten, alles nochmal genau unter die Lupe zu nehmen:

Saal Digital Test

The Cronos Travel Diaries – Part VIII: Mr. Amell

Mister Segarra. Aufgeladen. Der Erkenntnis steigt.

Die Erkenntnis nämlich, dass dieser Tag unser letzter sein würde. Zumindest, wenn British Airways ihre Computerprobleme rechtzeitig in den Griff kriegen würden. Denn irgendein Hacker oder Virus hat deren Server lahmgelegt und über das Wochenende fielen nahezu alle Flüge aus. Der Gedanke, vielleicht erst später zurück zu können, störte uns jetzt nicht sonderlich stark. Das nennt sich dann ›höhere Gewalt‹.

Leider, leider aber hob unser Flieger dann relativ pünktlich am Montag ab. Aber noch ist mein Bericht am Sonntag. Noch steht uns ein Tag bevor. Und auch der hatte es wieder in sich. Nach einem Muffin-Frühstück an einem unglaublich leckeren Stand auf dem HVFF stellten wir uns dann doch mal in eine Schlange: In die zu Stephens Panel.

Stephens Panel war genauso ein Highlight wie tags zuvor das mit John. Eigentlich teilte er sich die Bühne mit James, mit dem er die HVFFs gemeinsam veranstaltet. Doch die Zwei sollten nicht lange allein bleiben. Der erste, der sein Panel crashte, war sein Cousin Robbie, der Werbung für ihren neuen gemeinsamen Film Code 8 machte (ich freu mich schon sehr darauf! Der Trailer verspricht einen guten Film). Kaum war er verschwunden, tauchte Emily alias Felicity auf. Und kaum hatte sie sich verabschiedet, tauchte Josh hinter Stephen auf und rächte sich für das Staffelfinale. Die beiden waren auf der Bühne besser als jedes Comedyprogramm. Ich bin der Meinung, sie sollten ein eigenes TV-Format bekommen, in dem sie sich einfach unterhalten. Ein paar meiner Bilder geben Euch da einen guten Eindruck, denk ich.

Den Rest des Events verbrachten wir damit, zwei Fotoshoots zu absolvieren, Selfies zu machen und Mission:Change-Flyer zu verteilen. Wer weiß, wer unser neues Target wird? Wir arbeiten jedenfalls hart an einer Überraschung.

Ich muss sagen, dass ich bei allen Conventions und Messen noch nie einen Star so persönlich kennengelernt habe wie Stephen in diesen paar Tagen. Das zufällige Treffen im Pub mal außenvor, hatte er für drei tolle Events gesorgt, die alle von ihm und einem seiner Freunde ausgerichtet wurden, völlig verschieden waren und ihn immer etwas anders zeigten. Er war engagiert und motiviert wie kein anderer. In jeder freien Minute saß er an seinem Autogrammtisch und versprach, nicht zu gehen, bevor nicht jeder Fan sein Autogramm bekommen habe. Auf der FC-Party feierte er seine Mutter, die ebenfalls da war und die erfolgreich gegen ihren Krebs kämpft. Stephen ist ein unglaublich offener, freundlicher Mensch, der stets zuerst an andere zu denken scheint und erst dann an sich. Jemand, der so oft es geht, seine Familie und seine Freunde um sich hat und der auch das Glück hat, Familie und Freunde zu haben, die sein Leben, seine Reisen, seine Events mitmachen. Und seine Frau wird wahrscheinlich wahnsinnig, weil er sich auch privat für seine Fans Zeit nimmt… und weil er ständig die gleichen Shirts anzieht. Aber auch Cass zu treffen, war ein Vergnügen. Es war toll, die beiden zusammen zu sehen.

Als wir am späten Nachmittag Olympia den Rücken zukehren, schlurfen wir nur noch in Richtung Appartement. Passend zu unserer Abschiedsstimmung sind dunkle Wolken aufgezogen und zum ersten Mal in einer Woche regnet es. Wir lassen uns auf unser Bett fallen und versinken Meter tief im Con Blues. Mehr als ein Jahr haben wir uns auf diese Woche gefreut und nun ist sie plötzlich um. Wie ein Rausch oder ein Traum, aus dem man zu früh aufwacht, weil der verfluchte Wecker klingelt.

Ein Grund mehr, diesen Bericht zu schreiben, ihn gründlich und lang zu schreiben und unsere Erinnerungen auf eine Woche aufzuteilen. Aus diese Weise haben wir noch etwas länger was davon. Und ich hoffe, auch denen, die nicht dabei waren, hat es Spaß gemacht, das alles zu lesen.

Jetzt zum Ende zu kommen ist genauso schwer, wie vor einem Monat den Koffer zuzumachen und den Weg zum Flughafen anzutreten. London ist uns in der einen Woche ein gutes Zuhause gewesen. Wir haben jede Minute davon genossen. Und es zeigt sich am letzten Tag genauso british-höflich wie am ersten. Wieder hatte ich an der Station Hilfe mit meinem Koffer und war mehr als dankbar dafür.

Ein letztes Mal hörten wir ›Please mind the gap between the train and the plattform‹ und dann fuhr der Zug unter Terminal 4 ein. Wir waren mehr als zu früh, aber sicher ist sicher – und natürlich brachte uns das nichts. Wir warteten und warteten, bis endlich eine Info zu unserem Flug angezeigt wurde und dann war die Schlange so lang, dass wir dann doch rennen mussten, um noch rechtzeitig durch den Securitybereich zu kommen. Oh und natürlich hatte mein Koffer auch auf dem Rückweg noch sein beachtliches Übergewicht – zumal nun noch ein Fuck-Cancer-Shirt und ein Nocking Point Weinglas darin waren.

Als wir im voll belegten Flieger saßen und unser Gepäck verstaut hatten, machten wir unser erstes von drei Kreuzen. Als wir in Berlin Tegel beide unsere Koffer vom Band hievten, das zweite und als wir es dann auch noch durch den Berufsverkehr quer durch die Stadt geschafft hatten und endlich auf unserer Terrasse saßen, da kam das dritte Kreuz. Und das Fernweh.

London war großartig. Alles dort. Vor allem das öffentliche Rauchverbot. Und die Tatsache, dass uns das Wetter stets genau das gab, was wir brauchten, dass immer, wenn wir hungrig wurden, unsere neue Lieblingskette eine Filiale in der Nähe hatte und dass wir bei allem, was wir gesehen haben, noch so so viel übrig haben, dass wir uns das nächste Mal unbedingt ansehen müssen. Unser Besuch hat unsere Neugier nicht gesättigt. Es hat sie angestachelt. Und genau so sollte Reisen sein: Es sollte immer Lust auf mehr machen.

Und ein letztes Mal für diese Reportage hier der Link zu den Fotos – diesmal des Heroes and Villains Fanfest London 2017:

Heroes and Villains Fan Fest 2017
Sincerely

The Cronos Travel Diaries – Part VII: Mr. Amell

Mister Barrowman. Tropisch. Der Respekt steigt.

Respekt! Innerhalb von vier Tagen gelang es dem Veranstalter nicht nur, ein neues, komplexeres Sicherheitskonzept und Taschenkontrollen zu organisieren, der Einlass generell ging so flüssig und angenehm von statten, wie ich es noch nie auf einer Convention erlebt hatte. Als VIP hatten wir den Luxus, schon eine Stunde vor den Normalpass-Gästen das Areal betreten zu können. Wir streunten also entspannt durch die Gegend und machten uns schon gedankliche Einkaufslisten.

Das erste Panel, das wir unbedingt miterleben wollten, war das von John Barrowman (auch hier war die Organisation einfach genial). Und John enttäuschte uns nicht. Er tanzte in einem Tardis-Kleid und Highheels auf die Bühne und war genauso, wie wir es uns vorgestellt hatten: gut gelaunt, freundlich, mitfühlend und voller Witze. Der Höhepunkt seines Panels war dann eine kleine Gesangseinlage.

Nach dem Panel lernten wir das System der HVFFs kennen: Wie funktionieren die Fotoshoots und wie die Autogramme und wie ist das mit den Selfies am Autogrammstand? Genial ist es! Ich war noch nie auf einem Event, auf dem ich so wenig anstehen musste. Nun war ich VIP, aber auch davon abgesehen, funktionierte es einfach. Dazu kamen Helfer, die wussten was sie taten und es schafften, vom Morgen bis zum Abend nicht nur freundlich zu sein, sondern auch noch glücklich zu lächeln und Antworten auf Fragen zu geben.

Und die beste Erfindung sind die Selfies. Sie müssen nicht etwa selbst gemacht werden mit einem Handy. Ich kann das Bild auch mit meiner Spiegelreflex machen lassen – vom Helfer oder einer Freundin, die mit in der Reihe steht. Für die Bilder kann man sich mehr Zeit lassen, man kann sich kurz oder auch einen Moment länger unterhalten (je nach Länge der Schlange) und hat so viel mehr davon. Natürlich fehlt die gute Beleuchtung des Fotosets und wer nur sein Handy hat, der ist mit der Bildqualität vielleicht nicht ganz so zufrieden, aber dafür sind die Selfies auch immer etwas preiswerter als die normalen Fotos.

Begeistert haben uns Stephen und sein Cousin Robbie, John und Collin und – für mich eine positive Überraschung, weil ich ihn vorher so gar nicht kannte – Josh. Ich muss feststellen, dass die Schauspieler, die die übelsten Kerle spielen, die nettesten Menschen sind. Mehr als über all unsere persönlichen Highlights freuten wir uns über ein Geschenk, dass Josh für unsere gemeinsame, liebe Freundin Riet möglich machte: Wir konnten eine Videonachricht von ihm an Riet aufnehmen.

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr Euch für Freunde eine Überraschung ausdenkt und sie dann mehr als erwartet aufgeht? Wenn sich Euer Freund wie verrückt freut? So sehr, dass ihr beide jedes Mal, wenn ihr Euch wieder erinnert, die gleiche große Freude spürt? So ging und geht es uns – Dank Josh. Zumal er nicht nur einen kurzen Gruß in die Kamera schickte, sondern eine halbe Unterhaltung. Er ist ein toller Mensch, der sich für jeden einzelnen Fan Zeit nimmt und einem das Gefühl vermittelt, dass es hinter einem keine Schlange mit hundert weiteren Fans gibt.

Auch unser Zusammentreffen mit Robbie bekam noch eine besondere Note: Wir gaben ihm einen Druck meiner Zeichnung von ihm und Stephen. Dank seiner Frau Italia wissen wir auch, dass der Druck es sicher zu ihnen nach Hause geschafft hat. Meine persönliche Herausforderung ist – und das geb ich nicht gern zu –, dass seine Frau meinte, meine Zeichnung zeige zwar klar Robbie, würde sie aber irgendwie an Ian Somerhalder erinnern. Wer mich kennt, weiß, welchen Einfluss Ian auf mein Leben hatte und auch hat. Ich bin ein Perfektionist und ich wollte Robbie und nicht Ian zeichnen. Ich werde wohl weitere Robbies zeichnen, um Ian aus meinen Zeichnungen zu verbannen…

Passenderweise: Ich glaube, jeder Autor überlegt, wer wen spielen würde, sollte das eigene Buch jemals verfilmt werden. Da Ian – so sehr er auch wie Dariel aussieht – inzwischen zu alt für diese Rollte ist, hatte ich tatsächlich Robbie als ›Zweitbesetzung‹ ersehen. Also ja: Sie haben auch jenseits meiner Zeichnungen eine deutliche Ähnlichkeit. Das ist mir wenigstens ein kleiner Trost.

Das Highlight am Samstag war aber natürlich Stephens Nocking Point Party, seine Weinparty. Insider könnten verwirrt sein: Hä? Mary trinkt doch gar keinen Alkohol? Was will sie auf einer Weinparty?

Nun. Ich habe Freunde, die gern Wein trinken und einer muss sie sicher nach Hause bringen. Außerdem hatte ich am Nachmittag auf dem HVFF spontan Andrew (Stephens Freund und Mitbegründer des Weinlabels) gefragt, ob sie nicht noch einen Fotografen gebrauchen können – und schon hatte ich eine sinnvolle Aufgabe für den Abend. Die Stimmung war ausgelassen, die Musik laut, die Gäste irgendwann recht angeheitert. Dafür sorgten auch die investigativen Fragen, die Nick seinem besten Freund Stephen und dessen Familie stellte, und die Fotos von nackten Hintern und anderen schonungslosen Tatsachen. Wir lernten James kennen, den Veranstalter von HVFF und lernten, dass das Event erfreulicherweise auch nach Deutschland kommen wird. Der Haken: Damit hab ich keine Ausrede mehr, um erneut nach London zu fahren.

Jenseits davon war meine schönste Zeit an diesem Tag eigentlich die eine Stunde, die ich allein vor dem Eingang der Party wartete, weil Ines ein VIP war und ich nicht (das hielt ich als Nicht-Wein-Trinker dann doch für zu übertrieben). Während drinnen fleißig Prominente angeschwärmt wurden, unterhielten wir uns gut in unserer Schlange aus ›Normalos‹, alberten mit der Security herum merkten gar nicht, wie schnell die Zeit verging.

Ich finde, es gibt immer zwei Wege, mit einer Situation umzugehen, die einem im ersten Moment nicht gefällt: Meckern und Zetern oder das Beste draus machen. Natürlich kann man schmollend und genervt in einer Schlange warten. Man kann sich aber auch stattdessen mit den Menschen um sich herum anfreunden, zusammen Gummiebärchen essen und sich auf das freuen, was vor einem liegt. Diese ehrenvolle Einstellung kann niemand immer haben. Manche Tage sind einfach doof. Aber je häufiger es klappt, negative Momente in positive Chancen zu verwandeln, desto besser wird der Tag.

Heute hab ich die Bilder der Nocking Point Party für Euch – die vom HVFF gibt’s erst morgen. 😉

Nocking Point Party London 2017
Sincerely

The Cronos Travel Diaries – Part VI: Mr. Amell

Mister Amell. Heiß. Die Begeisterung steigt.

Der Freitag sollte ursprünglich für mich ein entspannter Tag werden. Eigentlich hatte ich vorgehabt, mit am Vormittag in einen der schönen Parks zu setzen und zu schreiben. Stattdessen fand ich mich am Morgen zusammen mit Ines am vorderen Ende einer Schlange wieder, die gern britisches Fernsehpublikum im Studio von Loose Women werden wollte. Wenig später wurden wir von einem hochmotivierten Einheizer in beste Stimmung versetzt und lachten schon, bevor John Barrowman als Batmans Robin ins Studio tänzelte und Stephen Amell von Backstageschwertkämpfen sprach. Wir wurde Zeuge einer Musical-reifen Dirty Dancing Szene mit John und lachten so viel wie lange nicht mehr. Alles in allem ein toller Start in den Tag.

Danach machten wir uns im Stechschritt auf den Weg nach Olympia – nein, nicht als Sportler. Wir wollten uns unsere Tickets für das Heroes and Villains Fanfest abholen, das Samstag und Sonntag dort stattfinden würde. Als wir ankamen, stellten wir verwirrt fest, dass es keine richtige Schlange gab. Schon hier begannen wir zu ahnen, wie gut die Organisation dieses Events klappen würde. Wenige Minuten nach unserer Ankunft verließen wir Olympia auch schon wieder – mit unseren VIP-Bändchen (wir haben uns dank eines Sonderangebots diesen Luxus leisten können und hätten keine bessere Entscheidung treffen können) und viel Vorfreude.

Nach einem stärkenden Zwischenstopp zusammen mit einer fröhlich-bunten Meute Amellscher Fans, machten wir uns auf den Weg zum Tape London. Dort würde in Kürze Stephens Fuck Cancer Party starten, ein Charityprojekt, dass er motiviert durch den Kampf seiner Mutter gegen den Krebs ins Leben gerufen hat. Die Stimmung war gut, jeder bekam zum Einlass sein FC-Shirt – die Eintrittskarte. Aber während die anderen noch warten mussten, durfte ich den Club schon betreten – denn ich war einer der offiziellen Fotografen für das Event. Ich habe mich sehr darüber gefreut, diese Chance zu bekommen. Allein schon, weil ich Events nur wirklich genießen kann, wenn ich meine Kamera benutzen darf.

Das Tape ist eine wirklich tolle Location. Gemütliche Sitzecken, ein tolles DJ-Pult und stilvolle Beleuchtung – auch wenn letztere unsere Kameras doch vor einige Herausforderungen gestellt hat. Mein Highlight der Party war eigentlich die Musik (Sorry, Stephen): Favoriten und Dauerohrwürmer wechselten sich ab. Gefühlt zu jedem zweiten Song hatten Ines und/oder ich eine Geschichte. Darüber hinaus war meine Lieblingsbeschäftigung neben dem Fotografieren das Unterhalten der Gäste. Zu beiden Seiten des DJs waren Kastenartige Konstruktionen aufgebaut, deren Streben erst blau und später rot leuchteten. Ich stellte mich am liebsten in diese Kästen/Käfige. Von dort aus konnte ich sowohl den VIP-Bereich und den DJ, als auch die Menge der feiernden Gäste fotografieren – und die Stimmung aufheizen. Zumindest hoffe ich das, ich weiß ja nicht, ob ich Euch eher genervt habe. Zumindest flogen mir keine Fuck-Cancer-Muffins ins Gesicht. Ich deute das als ein gutes Zeichen.

Schade fand ich, dass sich Stephen und seine Familie und Freunde früh in einen separaten Raum zurückzogen. Aber verständlich war es trotzdem. Die Schlange der Fans, die auf kostenlose Fotos und Autogramme hofften und den VIP-Bereich belagerten anstatt zu feiern, wurde und wurde nicht kürzer. Schade für die, die einfach nur in seiner Gesellschaft feiern wollten. Zumal er ja an den kommenden beiden Tagen für Fotos und Autogramme rund um die Uhr zur Verfügung stehen würde.

Als wir irgendwann – wegen vorübergehender Taubheit – schreiend vor dem Club über unseren Heimweg diskutierend, fiel die Wahl schließlich auf ein gemeinsames Taxi nach Olympia. Zu sechst war das ein erschwinglicher Preis und Ines und ich konnten ›Eine Fahrt mit einem Londoner Taxi‹ auf unserer To-Do-Liste abhaken.

Nach dieser Woche waren wir erledigt. Aber wir ahnten schon, dass das Wochenende auch nicht ruhiger werden würde. Aber lest selbst. Morgen.

Werft einen Blick auf die abendliche Party:
Fuck Cancer Events London 2017
Sincerely

The Cronos Travel Diaries – Part V: London

London Baker Street. Hitzig. Die Ekstase steigt.

›Wenn man alles Unmögliche ausschließt, muss das, was übrigbleibt, so unwahrscheinlich es auch ist, die Wahrheit sein.‹ So unwahrscheinlich es auch ist, dass man eine Begegnung mit der Queen, eine Entdeckungstour durch meine Lieblingsstadt oder die Vielfalt von Camden Market noch toppen kann… so unwahrscheinlich es auch ist, etwas zu finden, das auf irgendeine Weise höher ist als das London Eye… am vierten Tag begegneten sowohl Ines als auch ich unserem jeweiligen Highlight. Ich dem King of Deduction und sie Oliver Queen alias Stephen Amell.

Wie wo was? Wo begegnet man denen denn in freier Wildbahn? Nun, das geht in etwa so…

Unsere erste Station an diesem sonnigen Sommertag, war die 221B Baker Street. Die Straße, die in meinem Kopf interessanter ist als irgendeine andere in London. Ich werde mich bemühen, es mit meinen Beschreibungen nicht zu sehr zu übertreiben, aber versprechen kann ich nichts. Ich mag die Figur des Sherlock Holmes einfach schon zu lang. Sollte irgendjemand einen wahren Sherlock dieser Tage kennen, dann würde ich mich freuen, ihm vorgestellt zu werden. Ich wäre neugierig, was er deduzieren würde.

Das Sherlock Holmes Museum in der Baker Street ist wirklich eine Augenweide für Holmes-Freaks wie mich. Selbst der kleine Shop ist mit so viel Liebe zum Detail gestaltet. Und die Wohnung von Holmes und Watson wirkt, als wären sie gerade wegen eines Falls unterwegs und würden jeden Augenblick zurücksein. Selbst das Personal passte dazu. Ich rechnete jeden Augenblick damit, dass Mrs Hudson um die Ecke biegt und sagt ›I’m not your housekeeper!‹.

Ich konstatiere, dass mir eine Violine recht gut zu Gesicht steht. Vielleicht sollte ich es mal damit versuchen… aber noch ein ›Hobby‹ mehr? Als Autor bin ich dann wohl auch eher Dr. Watson. Dazu passt ja auch meine Verehrung für Holmes Verstand. Auf den Fotos aus der Baker Street jedoch, ist es Ines, die Watsons Hut trägt. Da konnte ich Sherlock einfach nicht aus der Hand geben.

Aber ich versprach, mich zurückzuhalten. Unsere Mittagspause verbrachten wir in meinem so erkorenen Lieblingspark: Regents Park. Die Atmosphäre war toll. Wir genossen ein Picknick im Halbschatten und hofften auf Eichhörnchenfotos. Die flauschigen Kerlchen trauten den komischen Ausländerinnen aber nicht und beobachteten uns lieber nur mit Sicherheitsabstand. Schön wars trotzdem.

Nach einem kleinen Abstecher in die North Gower Street (die Straße, in der Benedict Cumberbatch seine 221B hat), machen wir uns auf den Weg zu unserer ersten echten britischen Teaparty in Fitzrovia. Dort trafen wir uns mit zwei reizenden Mitstreitern: Cat und Michael, die am Wochenende das gleiche Mammut-Stephen-Amell-Programm erwarten würde wie uns.

Dementsprechend war die Gesprächsthematik während des Tees klar. Nun ja. Wer mich kennt, weiß, dass man mich mit Tee jagen kann und so bestellte ich zum Gram aller wahren Briten eine heiße Schokolade. Was soll ich machen? Die Küchelchen und anderen Köstlichkeiten, die sich auf unseren Tisch verirrten, machten so satt, dass wir auch ohne Tube danach nach Hause hätten rollen können.

Und als wir so gen Ausgang kugelten,  sahen wir einen schwarzen Van mit getönten Scheiben vor dem Eingang stehen. Wir ahnten, dass dieser Van zu einem wichtigeren Hotelgast gehören könnte. Dennoch – oder gerade deswegen – sahen wir zu, dass wir auf die andere Straßenseite kamen. Natürlich ist das eine tolle Chance, jemanden aus der Nähe zu sehen, den man sonst nur im Fernsehen sieht. Aber jeder von uns hat schon mal nach einer längeren Anfahrt in ein Hotel eingecheckt – vielleicht sogar mit, zumindest aber als Kinder. Das ist Stress pur. Ist das Gepäck komplett da? Hat die Reservierung geklappt? Die Kinder sind müde, die Eltern auch. In so einer Situation braucht niemand Menschen, die nach Fotos oder Autogrammen betteln.

Wir freuten uns also über den kurzen Anblick aus der Ferne – denn just, als wir die Straßenseite gewechselt hatten, fuhren zwei weitere schwarze Limousinen vor und unter anderem Stephen stieg aus – und beschlossen, stur unseren eigenen Tagesplänen zu folgen. Einer dieser Pläne sah vor, dass Cat Ines in einem Pub ihr erstes Bier bestellte. Gesagt getan. Wir liefen ziellos ein paar Querstraßen weiter, bis uns ein Pub gefiel. Wir standen nur wenige Minuten vor dessen Tür – Cat und Ines je mit einem halben Bier in der Hand –, als zwei Gestalten die Straße hinaufkamen, die uns gleich erschreckend bekannt vorkamen: Stephen und seine Frau Cassandra steuerten Hand in Hand direkt auf den Pub zu. Wir traten die Flucht in den Pub an, nur um dann an der Bar gewissermaßen mit den beiden zusammenzustoßen. Es dauert nur Sekunden, bis Stephen erst sein Fuck-Cancer-Charity-Shirt an Cat erkennt und dann sie selbst.

Eine gute halbe Stunde mit guten Gesprächen später verlassen sechs Menschen diesen Pub. Zwei mit einem freundlichen Gruß auf den Lippen (Stephen und Cass), zwei mit einem abwesenden Grinsen im Gesicht (Ines und Cat) und zwei mit einem Handy in der Hand, um ›Stell Dir vor, was uns gerade passiert ist‹-Nachrichten zu verschicken (Michael und ich). Und so trug es sich zu, dass Ines und ich am Montag die Queen und am Donnerstag den Queen trafen. Ein besonderes Erlebnis, das sich weder planen noch wiederholen lässt und an das keine Begegnung der kommenden Tage heranreichen kann. Aber was sich am Wochenende noch so zugetragen hat, erfahrt ihr im letzten Teil meines Travel Reports. Denn der Pub war nur der Beginn unserer Amell-Zeit.

 

Weil wir an diesem Tag verhältnismäßig viel genascht und wenig gelaufen waren (noch keine gut 30.000 Schritte, wie an den anderen Tagen), hängten wir noch einen abendlichen Spaziergang durch den berühmten Hyde Park dran. Aber wir waren uns einig, dass uns St. James und Regents Park besser gefallen hatten. Der Hyde Park erinnerte mich an den Berliner Tiergarten und wir waren froh, noch in der Dämmerung am anderen Ende angekommen zu sein und nicht erst in völliger Dunkelheit. Nichts desto trotz tat uns und unseren erhitzten Gemütern der kleine Auslauf gut.

Der Donnerstag war in seiner Zusammensetzung genau die richtige Mischung aus London-Erfahrungen und Stephen – und mit ihm der Übergang hin zum Event-lastigen Wochenende.

Wie immer an dieser Stelle der Link zu den Bildern des Tages:

London Tag 4


London Baker Street. Hot. The ecstasy rises.

„If one excludes everything that is impossible, what remains is as unlikely as it is to be the truth.“ It is also unlikely that a meeting with the Queen, a discovery tour through my favorite city or the variety of Camden Market can be topped… as unlikely as it is to find something that is somehow higher than the London Eye … on the fourth day both Ines and I met our respective highlight. For me it was the King of Deduction and for her it was Oliver Queen aka Stephen Amell.
How? Where? What? Where does someone encounter them in the wild? Well, let’s talk about it …
Our first stop on this sunny summer day was the 221B Baker Street. The street which is more interesting for me than any other in London. I will try not to exaggerate it with my descriptions, but I can promise nothing. I like the figure of Sherlock Holmes just too much. If anyone knew a true Sherlock these days, I would be gladly to be introduced to him. I would be curious what he would deduce.
The Sherlock Holmes Museum at Baker Street is really a feast for Holmes freaks like me. Even the small shop is designed with so much attention to detail. And the apartment of Holmes and Watson looks as if they were on the road because of a case and would be back at any moment. Even the staff fit in. I expected Mrs. Hudson to turn around the corner at any moment and say, „I’m not your housekeeper.“
I must say that a violin looks quite good on me. Maybe I should try it some times … but another „hobby“? As an author, I am probably more Dr. Watson. My worship for Holmes brain fits well there. However, on the photos from Baker Street it’s Ines who is wearing Watson’s hat. I could not give Sherlock out of my hands. But I promised to hold back. We spent our lunch break in my favorite park: The Regents Park. The atmosphere was great. We enjoyed a picnic in half shade and hoped for squirrel photos. The fluffy guys did not trust the strange foreigners and rather watched us in a safe distance. It was nice. After a short detour to North Gower Street (the street where Benedict Cumberbatch has his 221B), we head off to our first real British Teaparty in Fitzrovia. There we met with two lovely companions: Cat and Michael, who would expect the same mammoth „Stephen Amell program“ at the weekend as us. Accordingly, the conversation was clear during the tea. Oh well. Anyone who knows me knows that I don’t like tea and so I ordered to the grief of all true Brits a hot chocolate. What should I do? The little cakes, scones, sandwiches and other delicacies sated us so much that we could have rolled home without a tube.

As we were heading to the exit, we saw a black van with tinted windows in front of the entrance. We suspected that this van could belong to an important hotel guest. Still – or just because of it – we watched that scenario from the other side of the road. Of course, this is a great opportunity to see someone close up, who is usually only seen on TV. But every one of us knows how much stress it means to check in after a long journey to a hotel- with kids. Is the baggage complete? Did the reservation work? The children are tired, the parents too. In such a situation nobody needs people who are begging for photos or autographs.

So we were happy about the short sight from afar – just as we had changed the road, two more black limousines were arriving and surprisingly Stephen Amell stepped out. After a few seconds watching them get into their hotel, we decided to follow our own schedule. One of those plans included ordering Ines first beer in a pub. Said and done. We walked aimlessly a few crossroads, until we liked a pub. We were standing just a few minutes in front of that door – Cat and Ines with half a beer in their hands- when two persons came up the street, which looked strangely familiar to us: Stephen and his wife Cassandra heading to the pub hand in hand. We stepped into the pub, just to bump into them at the bar. It only took seconds before Stephen first recognized his Fuck-Cancer-Charity-Shirt (which Cat was wearing that day) and then her.
A good half hour with good talks later, six people left this pub. Two with a friendly greeting on the lips (Stephen and Cass), two with an absent grin on their faces (Ines and Cat) and two with a cell phone in their hands, to send ‚Imagine what happened to us‘ messages (Michael and I). And so it happened that Ines and I met the Queen on Monday and another Queen on Thursday. A special experience that can neither be planned nor repeated and to which no meeting of the coming days can reach. You will find out what happened during the weekend in the last part of my travel report. The pub was just the beginning of our Amell time.

Because on this day we had a lot of nibbles and just a little walk (not as good as 30,000 steps, as on other days), we finished the day with an evening stroll through the famous Hyde Park. But we agreed that we liked St. James and Regents Park better. The Hyde Park reminded me of the “Berlin Tiergarten” and we were glad to have arrived at the other end at dusk and not only in complete darkness. Nevertheless, the small tour did good to us and our heated minds.
Thursday was in its composition exactly the right mixture of London experiences and Stephen – and with it the transition to the event-heavy weekend.
As always at this point: The link to the pictures of the day is within the picture above or here.

Sincerely

The Cronos Travel Diaries – Part IV: London

London Camden Market. Sommerlich. Der Nervenkitzel steigt.

Tag Drei – alias der Tag der Abenteuer begann wieder deutlich sonniger. Um nicht zu sagen: Es war heiß. Hatte nicht jeder behauptet, in London würde es immer regnen? Bisher war uns noch kein einziger Tropfen begegnet.

Unser erstes Abenteuer führte uns am Vormittag auf den Camden Market. Das war ein ›Geheimtipp‹, den Ines bekommen hatte. Als wir aus der stickigen Tube stiegen und ringsum nur zwei kleine Budenansammlungen fanden mit Touri-Krempel, kroch uns die Enttäuschung in die Knochen. Vor allem Ines war sie deutlich anzusehen – hatte sie mich doch überredet.

Warum ich ihr für kaum etwas so dankbar bin, wie für diese Idee, werdet ihr jetzt erfahren:

Die Souvenirstände waren nur zum Abgreifen von verwirrten Touries wie uns gedacht. Zum Glück ließen wir uns aber nur kurz verwirren und liefen dann stur weiter die Straße hinauf – in der vagen Hoffnung, nicht völlig umsonst hergekommen zu sein. Und schon diese Straße – die Camden High Street – schien sich zu lohnen. Die Häuserwände waren wie riesige Leinwände und die Straße eine einzige Galerie. Es gab kein Haus, das nicht bemalt und unglaublich kreativ umgestaltet worden war – dreidimensional. Da schlängelten sich Drachen übers Dach, riesige Schuhe liefen die Wände hinauf und Engel in der Höher der Häuser erhoben sich darüber. Zu beschreiben, was wir gesehen haben, so dass Ihr es nachvollziehen könnt, ist schwer. Die Szenerie war einfach zu absurd! Und das sagt eine Autorin, die gerade an einer ganzen Fantasywelt schreibt und die bildlich beschreiben kann… Aber zum Glück bringt dieser Bericht ja auch genügend Fotos mit sich. Das sollte helfen.

Und dann war es endlich so weit. Wir erreichten einen der vielen Eingänge zum echten Camden Market und als wir ihn betraten wussten wir, dass wir jetzt richtig waren. Und selbst wenn wir nicht richtig gewesen wären – hier hätten uns keine zehn Pferde so schnell wieder fort bekommen. Eigentlich ist Camden Market gar nicht ein Markt. Es ist vielmehr eine unstet gewachsene Masse von unzähligen völlig verschiedenen Märkten. Zuerst betraten wir einen kleinen Bereich, der durch eine Eisen-Glas-Konstruktion überdacht war und in dem es vor allem handgemachten Schmuck gab. Dann betraten wir ein Haus mit zwei Etagen und einem Lichthof in der Mitte. Die Säulen, die ihn trugen, waren bunt und wunderschön verziert. Auch hier gab es vor allem Kunst zu sehen. Malerei, Zeichnungen, Skulpturen, Stoffe… Wir glaubten, alles gesehen zu haben, als wir auch in die zahlreichen Nebenräume und Nischen geschaut hatten, doch dann entdeckten wir, dass einer dieser Nebenräume einen Ausgang hatte, der auf eine Brücke führte. Von der Brücke aus sahen wir überall Boden, wir durchquerten ein weiteres Haus und landeten auf dem Umgang eines großen Innenhofs am Wasser. In der Mitte schwammen Boote, ringsum stand Bude an Bude – in jeder roch es köstlicher als in der zuvor. Beim Versuch, uns zu entscheiden, flüchteten wir durch einen weiteren Durchgang – diesmal zu ebener Erde – und landeten in einer Art gestreckten Innenhof. Hier gab es Kleider über Kleider und zu meinem Leidwesen einen Stand mit alten Kameras und Schreibmaschinen. Hätte ich nicht schon auf dem Hinflug eine obszöne Summe von meiner Kreditkarte hobeln müssen, um mein Übergewicht zu bezahlen (das meines Koffers, mich haben sie so mitgenommen), dann wäre ich schwach geworden. Oh ich wäre so, so gern schwach geworden.

Wir zwangen uns zum Geld Sparen und liefen stur den Hof hinunter und glaubten, nun endlich das Ende erreicht zu haben. Aber am Ende des Hofs erkannten wir, dass sich zu unserer Linken eine weitere ›Gasse‹ an den Hochbahngleisen entlangschlängelte. Hier waren wieder die deftigen Gerüche der verschiedenen Food-Booths vorherrschend. Wir zwangen uns vorbei an lauter Leckereien und standen dann – auf dem ersten Blick – in einer Sackgasse. Bei genauerer Betrachtung stellten wir aber fest, dass sich der Weg dreiteilte. Systematisch arbeiteten wir uns durch und stellten fest, nun im Horse Tunnel Market zu sein. Von dort ging es zum Stables Market.  Überall waren schöne Schnitzereien mit Pferdeköpfen, Bronzefiguren und Geschäfte in ehemaligen Stallungen. Das Flair dieses Marktes ist ebenso unbeschreiblich wie die Art Gallery Straße davor. Er zeigt eine Vielfalt, wie ich sie nicht einmal auf Suqs in Damaskus oder Kairo gesehen hatte. Und schon, sich einmal im Kreis zu drehen, sorgte dafür, dass man neue Geschäfte sah und im Austausch dafür vergaß, wo man hergekommen war. Aus unerfindlichen Gründen behielt ich dort den Überblick – eine Tatsache, die uns davor rettete, auf diesem Markt als vermisst zu gelten. Aber mit jeder Tür, jeder Treppe, jeder Kurve krochen wir tiefer in diesen unendlichen Kaninchenbau. Immer wieder lasen wir Schilder a la ›Walk here for more shops‹.

Als wir uns dann doch noch für ein Mittagsmahl entscheiden hatten können, drängte die Zeit auch schon für mein nächstes Highlight. Wir machten uns auf den Weg nach Waterloo (Shit! Ist dieser Bahnhof groß!) und liefen dann an der Themse entlang zum London Eye – mit einem kleinen Abstecher auf die Golden Jubilee Bridge. Wir winkten Mister Bond und unseren Kollegen vom MI6 und flanierten über den The Queen’s Walk zum London Eye.

Nach langen Kämpfen mit sich selbst entschied sich Ines doch eher für die Observation vom Boden der Tatsachen und sonnte sich in den Jubilee Gardens, während ich mich mit unserer Volunteer Agentin Anika und ihrem Freund auf das Eye wagte, um uns einen kleinen Überblick zu verschaffen.

Ich gebe zu, dass gerade angesichts der erhöhten Polizei- und Militärpräsenz (noch immer und noch mehr Hubschrauber, Polizisten und Bewachung) auch ich mich fragte, ob ich heute unbedingt auf dieses Riesenrad muss. Aber ich wagte mich hinein und ich bereue es nicht. Die Fahrt war jeden Cent wert. Eine halbe Stunde lang schwebten wir über London. Wie zuvor mit Petrus abgesprochen, kam pünktlich, als ich oben ankam, eine Wolke, die die Sonne verdeckte, so dass ich einigermaßen gute Bilder machen konnte. Ich war erstaunt wie ruhig sich die Kabinen bewegten. Man merkte kaum, wie wir höher und dann wieder tiefer stiegen – bis wir wenige Meter vor dem Ausstieg doch kurz anhielten. Ein kleiner Schreckmoment, der leider zu niedrig war, um aus fotografischer Sicht etwas vom Stillstand zu haben.

Wieder mit Ines vereint, machten wir uns auf den Weg zum Tower of London. Denn nun stand uns noch unser letztes Abenteuer für diesen Tag bevor: Die Grim Reapers Tour durch London. Wieder drei Stunden. Wieder mit Ivo, unserem illustren Guide. Auf dieser Tour gelang es mir zu meiner Freude schon viel häufiger, nicht nur zu knipsen, sondern zu fotografieren. Abendliche Straßenschluchten, der Sonnenuntergang, der sich in den Glasfassaden spiegelt, Kontraste zwischen alter und neuer Architektur und die Schatten, die immer länger werden, geben großartige Motive ab. Und ganz nebenbei erfahren wir mehr über die dunkle Geschichte Londons. Das schaurigste an der Tour waren allerdings unsere Füße, die uns am Ende drohten, uns umzubringen. Kein Wunder also, dass wir am Mittwoch völlig erledigt in unsere Betten fielen.

Wollt Ihr Euch auch ein Bild machen? Wie zuvor an dieser Stelle die passenden Fotos:

London Tag 3


 

London Camden Market. Summerly. The thrill rises.

Day Three – alias The Day of Adventures began again clearly sunny. Not to say: It was hot. Hadn’t everyone claimed that London would always be grey and rainy? So far we had not encountered a single drop.

Our first adventure took us to the Camden Market in the morning. This was a „secret tip“ that Ines had received. As we got out of the stuffy tube and found only two small stalls gathered around with tourist stuff, the disappointment crept into our bones. Especially Ines, she was clearly disappointed since she had persuaded me.

Why I am so grateful to her for this idea, you will now learn:
The souvenir shops were only meant to catch confused tourists like us. Luckily, however, we were only confused for a moment, and then ran stubbornly up the street, in the vague hope of not having come here for nothing. And already this street – the Camden High Street – seemed to be worthwhile. The walls of the houses were like huge canvasses and the street was a single gallery. There was no house that had not been painted and unbelievably creative – three-dimensional. There was a dragon dragged over the roof, huge shoes ran up the walls and angels in the higher houses rose above it. To describe what we have seen so that you can understand it is difficult. The scenery was just too absurd! And that says an author who is writing on a whole fantasy world and can describe it in pictures … But fortunately, this report also carries enough photos with himself. That should help.

And then it was finally time. We reached one of the many entrances to the real Camden Market and when we entered it we knew we were in the right place. And even if we had not been right – no one would get us out of here so quickly. Actually, Camden Market is not a market at all. Rather, it is an unstable mass of countless completely different markets. At first we entered a small area, covered with an iron-glass construction, where there was mainly handmade jewelry. Then we entered a house with two floors and a halo in the middle. The columns were colorful and beautifully decorated. Here, too, was mainly art. Paintings, drawings, sculptures, fabrics … We thought we had seen everything when we had also looked into the numerous adjoining rooms and niches, but then we discovered that one of these adjoining rooms had an exit that led to a bridge. From the bridge we saw ground everywhere, we crossed another house and landed on the dealings of a large courtyard on the water. Boats were floating in the middle, boulders were standing around on each side, each smelling more delicious than before. When we tried to decide for something to eat, we escaped through another passage – this time to level ground – and landed in a sort of stretched courtyard. There were clothes over clothes and, to my regret, a booth with old cameras and typewriters. If I had not already taken an obscene sum of my credit card for the flight to pay my overweight (of my suitcase, not mine), I would have give in. Oh, I would have given in with pleasure!

We forced ourselves to save money and ran stubbornly down the yard, believing that we had finally reached the end. But at the end of the farm we realized that there was another „alley“ on the left side of the road. Here again the strong odors of the various food booths dominated. We forced our way past all sorts of treats and then, at first sight, stood in a dead end. On closer inspection, however, we found that the way was threefold. We worked systematically through it and found ourselves in the Horse Tunnel Market. From there we went to Stables Market. Everywhere there were beautiful carvings with horse heads, bronze figures and shops in former stables. The flair of this market is just as indescribable as Art Gallery Street in front. It shows a variety like I had not even seen on Suqs in Damascus or Cairo. For some unknown reason, I kept the overview there – a fact that saved us from being considered missing in this market. But with every door, every staircase, every curve, we crept deeper into this infinite rabbit hole. Again and again we read signs a la> Walk here for more shops <.

When we were able to decide for a lunch, the time was already pressing for my next highlight. We made our way to Waterloo and walked along the Thames to the London Eye with a little detour to the Golden Jubilee Bridge. We waved Mister Bond and our colleagues from the MI6 and strolled across the The Queen’s Walk to the London Eye.

After long struggles with herself, Ines decided stay on the ground and sunbath at the Jubilee Gardens, while I met Volunteer agent Anika and her friend at the Eye to give us a small overview. I admit that I was wondering if I have to go to this ferris wheel today, especially with the increased police and military presence (still and even more helicopters, policemen and guards). But I dared to go inside and I do not regret it. The ride was worth every penny. For half an hour we hovered over London. As previously agreed with Petrus, when I reached the top, a cloud covered the sun so that I could make some good pictures. I was amazed how quiet the cabins moved. We could hardly see how we climbed higher and then lower – until we stopped a few meters before the exit. A small moment of fright. It was unfortunately too low to be able to make something out of it from a photographic viewpoint.

Once again united with Ines, we set off for the Tower of London. For now we had our last adventure for this day: the Grim Reapers tour through London. Again three hours. Again with Ivo, our illustrious guide. On this tour I succeeded to my pleasure more often, not only to snap, but to photograph. Evening canyons, the sunset, reflected in the glass façades, contrasts between old and new architecture and the shadows that were getting longer gave great motifs. And by the way, we learn more about the dark history of London. The most gruesome thing on the tour, however, were our feet, which threatened to end us. No wonder, then, that on Wednesday we fell completely dead into our beds.

Would you like to get a picture? As before at this point please click on the matching photo above or here.

Sincerely