Welcome to my world.

Month: Dezember, 2015

Geschenke, Geschenke!

Ein gesegnetes Weihnachtsfest Euch allen! Ich hoffe sehr, ihr habt eine schöne Zeit zusammen mit Menschen, die Euch lieb und teuer sind. Vielleicht konntet ihr auch dem ein oder anderen ein Leuchten in die Augen zaubern – mit lieben Worten, Geschenken von Herzen oder einfach nur Eurer Anwesenheit.thüringen bei nacht

Ich habe die vergangenen Tage in einem idyllischen, kleinen Örtchen in Südthüringen verbracht – zusammen mit meiner Familie. Es war eine wunderschöne Zeit. Nur zwei Dinge habe ich kläglich vermisst: Schnee und das Internet. Letzteres hat mich zu einem kleinen Zwangsurlaub gezwungen, der wahrscheinlich gerade recht kam und damit mein größtes Weihnachtsgeschenk war. Deshalb kommen meine Advents- und Weihnachtsgedanken jetzt erst nach den großen Feierlichkeiten.

Alljährlich zu Weihnachten gibt es ja zwei Haupt-Fraktionen: Die einen schließen sich der Jagd nach dem größten, schönsten und vor allem teuersten Geschenk an – Hauptsache, die eigenen Geschenke sind nicht weniger wert als die, die man bekommt. Die anderen schauen geringschätzend auf erstere, ziehen die Nasen kraus und sagen „auf die Geschenke kommt es nicht an“. Und so schämen sich alle wegen ihrer Geschenke – für die einen sind sie zu viel, für die anderen zu wenig. Eigentlich ziemlich albern oder? Verlieren wir da nicht etwas entscheidendes aus den Augen? Nein, ich rede jetzt nicht vom Klassiker „Was bedeutet Weihnachten“. Ich rede vom „Was ist ein Geschenk“.
Ein Geschenk ist eine Gabe, die man ohne eine Gegenleistung zu erwarten gibt; eine Gabe, die man ohne etwas zu geben empfängt. Ein Geschenk kann Dankbarkeit oder Wertschätzung zum Ausdruck bringen, Zuneigung und je nach Art des Geschenkes auch Zuversicht. Mit einem Geschenk im eigentlichen Sinne sind viele Gefühle verbunden – auf Seiten des Gebers und des Empfängers. Man hat sich Gedanken gemacht, ein bisschen von sich selbst hineingepackt und hofft nun, dass es so ankommt, wie es gedacht ist. Ein Geschenk ist also wesentlich mehr als ein vom Verkäufer eingepacktes Notpäckchen, um „irgendwas zu haben“. Ein wahres Geschenk gibt beiden Seiten unendlich viel. Sogar ein selbstgestricktes Paar Socken von der Großmutter bekommt in diesem Licht eine ganz andere Farbe: Sie hat lange daran gesessen – länger als sie in jungen Jahren gebraucht hätte. Sie hat nicht nur Geld investiert, sondern auch Zeit und Liebe. Eigentlich ein tolles Geschenk (selbst wenn man die Socken vielleicht maximal im Winter im eigenen Bett anzieht).
Geschenke sind also eigentlich etwas sehr Schönes. Genauso wie sie sind. Wir müssen sie nicht vergleichen. Wir müssen sie nicht verstecken. Ein einziges Geschenk von Herzen kann dutzende anderer aufwiegen. Es kommt nicht auf die Größe oder den Preis an, wenn wir seinen Wert ermitteln wollen. Eigentlich eine beruhigende Nachricht – und eigentlich eine selbstverständliche. Aber irgendwie scheint die Bedeutung eines Geschenkes im Zweifrontengemenge zwischen den Geschenke-Jägern und den Geschenke-Verfluchern untergegangen zu sein. Schade eigentlich.
Ich wünsche jedem da draußen gesegnete Weihnachten und wenigstens ein Geschenk, das von Herzen kommt. Seid Euch versichert: Meine Worte an Euch kommen von Herzen – und auch sie erwarten keine Gegenleistung.

Ein verspätetes Geschenk habe ich in diesem Jahr noch für Euch. Für alle, die meine Bücher bereits besitzen und für alle, die diese Nachricht lesen und mir bis 31.12.2015 eine E-Mail an contact@mary-cronos.de senden, habe ich zu Neujahr einen kleinen Leseleckerbissen aus Nafishur. Ich freue mich auf Post von Euch.

Sincerely,
the wingscriber pls sig

„Wir müssen reden.“

Im Zeitalter der Social Media und des Internets im Allgemeinen, die es uns ermöglichen, innerhalb von Sekunden mit Menschen weltweit in Kontakt zu treten, ist Kommunikation einfacher und schwerer zugleich geworden. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig und doch scheinen sie nicht immer ausreichend zu sein. WhatsApp und Co sorgen für den ständigen schriftlichen Austausch, Facebook und seine ähnlich kolorierten Freunde informieren uns über den Gesundheitszustand der Haustiere unserer Freunde und den neuesten Tratsch. Wir teilen Posts, liken Bilder, kommentieren Videobotschaften – und wir verteilen all dies selbst. Die Welt war sicher noch nie so transparent wie heute. Und doch fühlen wir uns oft genug unverstanden. Es ist frustrierend, dass unser – uns nicht immer bekanntes – Gegenüber nicht zu verstehen scheint, was wirklich in uns vorgeht.

Wir versuchen Wege zu finden, die Kluft, die im Web zwischen uns und anderen steht, zu überwinden. Manchmal klappt das. Manchmal nicht. Wir alle analysieren und interpretieren, was uns erreicht. … „Hat mein Freund das jetzt ironisch gemeint? Bahnt sich da ein Krach an? Am besten komm ich ihm zuvor und trenne mich zur Sicherheit von ihm, bevor er auf die Idee kommt. Vielleicht per SMS oder heute eher Messanger. Ich will nicht der getretene Hund sein, der sich am Ende wegtrollt.“

Wir gehen auf Nummer sicher. Selbstschutz wird groß geschrieben. Und automatisch vermuten wir hinter jeder Äußerung einen Haken, eine Falle. Aber diese Einstellung macht nicht glücklich, sondern einsam. Ein gesundes Misstrauen – vor allem im anonymen Web – ist ausgesprochen wichtig. Was aber die Menschen angeht, die wir bereits kennenlernen durften, bei denen sollten wir es mal mit Vertrauen versuchen. Vor allem, wenn sich etwas anbahnt. Ein Streit. Dicke Luft… – Und wir merken sowas meistens schnell, auch wenn es nur eine Textnachricht ist, die uns erreicht: Ein „. . .“ oder einfach nur ein Punkt. Ein fehlender Smily. Zu kurze Sätze. Ironie an der Grenze zum Zynismus… Wenn wir uns mit einem Menschen viel unterhalten, dann werden wir auch zu Analytikern seines Schriftbildes. Wir lernen, Kompromisse in unserer Kommunikation zu finden. Worte allein haben dafür schließlich noch nie ausgereicht und irgendwie müssen unsere Textnachrichten „das Defizit um die nonverbale Kommunikation“ ausgleichen. Um Missverständnissen vorzubeugen, nutzen wir Smilies, um nicht nur die Message zu verbreiten, sondern auch unsere Gefühle, die damit einhergehen.  … „Nimm das bloß nicht zu ernst! xD“ … Und wieder gehen wir damit auf Nummer sicher – ohne sicher sein zu können, dass unsere Botschaft korrekt verstanden wurde.16429848241_2b07440b44_z

Dabei können einige wenige Leitsätze helfen, Streit und dicke Luft zu vermeiden. Solltet Ihr das nächste Mal in einen Streit mit einer Person geraten, die eigentlich durchaus Euer Vertrauen und Eure Freundschaft genießt, dann haltet Euch folgendes vor Augen:
1. Du redest mit einem Menschen, der Dich gern hat. Selbst beim größten Krach darfst Du davon ausgehen, dass Dein Gegenüber keine bösen Absichten hegt.
Wenn man sich unverstanden fühlt und verletzt ist, kann man sich einigeln und sich damit von den Wegen der Kommunikation abwenden – oder man reagiert wütend und schlägt im Wunsch, sich zu verteidigen, um sich. Beides kann das Gegenüber missverstehen. Ersteres als Desinteresse und Zweiteres als Angriff. In Wirklichkeit geschieht beides – je nach Charakter des Menschen – zu dessen eigenem Schutz. Schlägt uns so ein Verhalten im Streit entgegen, sollte es für uns also nicht mehr „Auge um Auge“ heißen, sondern „Was steht meinem Gegenüber da vor Augen?“, „Was belastet meinen Freund so sehr, dass er so reagiert?“
Der Tipp lautet hier also: Geh einen Schritt zurück. Gewinne Abstand. Versuche, den Streit nicht persönlich zu nehmen. Frage Dich, warum Dein Gegenüber wohl so reagiert, wie er oder sie das gerade tut.
Das Resultat: Entweder Du nimmst Deinem Gegenüber den Wind aus den Segeln oder Du selbst regst Dich zumindest nicht mit auf.

2. Wenn wir kommunizieren, verfolgen wir stets ein Ziel. Das passiert oft genug ganz unterbewusst, aber das Ziel ist immer da.
Egal, ob wir nach dem Weg fragen oder unserem Partner den allseits gefürchteten Satz „wir müssen reden“ entgegen schleudern – wir verfolgen damit ein Ziel. Bevor wir ein wichtiges Gespräch beginnen, sollten wir uns deshalb fragen, was wir mit dem Gespräch, das uns bevorsteht, erreichen wollen. Haben wir eigentlich gar kein Interesse mehr am Erhalt der Freundschaft oder Partnerschaft und suchen nur nach einem Grund für eine Trennung? oder geht es darum, Frieden zu schließen und wieder miteinander auszukommen? Wir müssen uns gegenüber ehrlich sein. Mit einem Ziel vor Augen kann es uns gelingen, ein Gespräch konstruktiv am Laufen zu halten.
Der Tipp lautet deshalb: Überlege Dir vorher, weshalb Du ein Gespräch beginnen willst. Und wann immer Du das Gefühl hast, dass das Gespräch eine andere Richtung nimmt, dann erinnere Dich an Dein Ziel und lenke wieder zurück.
Das Resultat: Du bekommst eher eine zufriedenstellende Antwort auf Deine Fragen und Du merkst schnell, ob Dein Gegenüber und Du dieselben Ziele habt.

3. Kommunikation lebt vor allem nonverbal und Smilies sind kein adäquater Ersatz für Mimik, Gestik und Tonlage.
Wir haben wie bereits erwähnt, viele Wege gefunden, Emotionen und Subtext auch in schriftlicher Form zu übermitteln. Wir betonen Dinge durch Schreibung in Großbuchstaben, in Gänsefüßchen oder einer bestimmten Schriftform (kursiv oder fett zum Beispiel); wir geben durch eine immer detailliertere Form der Emoticons Aufschluss über unsere Gefühle, wir nutzen Satzzeichen, um „einen Punkt hinter die Sache zu setzen.“, „das Ende offen zu lassen…“ oder „die Dringlichkeit hervorzuheben!“. Wir demonstrieren Desinteresse oder weniger negativ (man denke an Punkt 1) Zeitmangel durch das Weglassen von Zeichen, das Nutzen von Abkürzungen oder knappe Reaktionen. Dennoch kann all das (wie der letzte Satz zeigt) auch falsch verstanden werden.
Daher mein Tipp: Wenn es brenzlig wird; wenn es wirklich etwas zu klären gibt; dann reichen weder eine Textnachricht noch ein Telefonat. Dann ist die beste aber sicher auch schwerste Lösung ein Besuch, ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht. Über 50% unserer Kommunikation läuft über unsere Mimik und Gestik; der Rest besteht primär aus Stimme und Tonfall. Manchmal reicht es deshalb sogar, sich nur in die Augen zu sehen und gar nichts zu sagen.
Das Resultat: Ein besseres Verständnis füreinander und die überraschend erfreuliche Botschaft „ich nehme mir Zeit für Dich, weil mir ein Gespräch mit Dir wichtig ist“.

Probiert diese drei „Life-Hacks“ mal aus. Es ist erstaunlich, was man an Ärger vermeiden kann, wenn aus einem Informationsaustausch echte Kommunikation wird – ein sich gegenseitig Mitteilen. Und noch ein letzter Gedanke dazu: Ich bin selbst sehr an die Social Media gebunden und schätze dieses Medium sehr, aber gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit will ich Euch ermutigen, Smartphone, Tablet und Co öfter mal links liegen zu lassen und den Blick zu heben. Ihr wärt erstaunt, wie viele Menschen direkt neben Euch sind und wie gern sie mit Euch reden würden. Ich sah neulich eine Art „pädagogischen Werbespot“ zu diesem Thema. Dort stand am Ende sinngemäß: Sometimes you have to disconnect to find a connection. Manchmal müssen wir unsere Verbindung trennen – offline gehen – um eine andere Verbindung zu finden. Kluge Worte und eine ziemliche Herausforderung, wie ich finde.

In diesem Sinne: Ich hoffe, ihr hattet einen besinnlichen 3. Advent, gute Gespräche mit Euren Lieben und einen guten Start in eine weitere Adventswoche!

Sincerely,

the wingscriber pls sig

Nicht gesucht und doch gefunden.

Es gibt Menschen, die haben sich gesucht und gefunden. Es gibt Dinge, nach denen wir unser Leben lang vergeblich suchen. Und manchmal, wenn wir nicht damit rechnen, dann finden wir ohne gesucht zu haben. Dann trudeln Menschen in unser Leben, die ohne Vorwarnung plötzlich wichtig für uns sind. Das kann sich anfühlen wie ein Wunder oder ein gigantischer Zaubertrick. Plötzlich steht da jemand neben Dir, der Dich versteht und mit dem Du lachen kannst.
Wenn ich mich zu sehr auf einen Job, eine Mission, ein Problem konzentriere, dann hab ich oft die reinsten Scheuklappen auf. Ich sehe nicht, wer da neben mir steht. Wenn ich dann erschöpft anhalte, bin ich oft erstaunt, wer da alles bei mir ist. Erstaunt und sehr dankbar. Es geht ja nicht nur darum, neue Freunde zu finden. Manchmal entdeckt man beim Innehalten und sich Umsehen auch alte Freunde neu. Man sieht, dass man gar nicht so allein ist, wie es sich vielleicht manchmal anfühlt.
Immer öfter lese ich in Facebook und Co „Wer sich nicht bei mir meldet, dem lauf‘ ich nicht mehr hinterher“, „echten Freunden muss man nicht nachlaufen“, „Wenn Du mein wahrer Freund bist, dann teilst Du dieses Herz in deinen Status“, „Mein Leben ist stressig genug auch ohne anstrengende Leute“, „wer mich nicht akzeptiert, wie ich bin, der hat halt Pech“…
Nur ein paar Beispiele. Ich kann den Frust gut verstehen, aus dem heraus ihr solche Sprüche postet. Aber sie machen mich wahnsinnig traurig. Ich gehe dann immer einen Schritt weiter und stelle mir vor, wir hätten alle diese Einstellung. Was würde passieren?
Jeder würde sich um sich selbst drehen, seine Ecken und Kanten scharf feilen und sich einmauern. Wenn Du diese Einstellung hast, dann lebst Du davon, dass sie dein Gegenüber nicht hat.
Dein Leben ist zu stressig, um dich mit den Dramen deiner Freunde abzugeben. Na hoffentlich sehen das Deine Freunde nicht genauso. Du rennst niemandem nach; sollen das doch die anderen bei Dir machen. Du bist Individualist und Dir treu. Sollen sich doch die anderen verbiegen! . . .
FriendshipVersteh mich nicht falsch. Ich rede weder davon, sich den Erwartungen anderer anzupassen, noch davon, es jedem Recht zu machen oder ihm nachzulaufen. Wovon ich rede, das ist Empathie für Dein Gegenüber. Vielleicht meldet sich ein Freund nicht, weil er selbst gerade große Probleme hat. Vielleicht gehen Freunde auf Dich zu, werden aber abgeschreckt von stolz und künstlich zur Mauer gestauten „Individualität“.
Nicht immer und in jedem Fall, aber auf jeden Fall oft genug lohnt es sich, zu investieren. Auch wenn Du ab und an enttäuscht wirst. Ich bin mir sicher, dass Du wenigstens einen Freund hast, für den es sich lohnt, ein paar weniger … „fruchtbare“ Freundschaften zu riskieren. Das ist nicht einfach. Nie. Aber sollte uns das abhalten?
Wer weiß. Du veränderst Dich. Alte Freunde von früher können im Laufe der Zeit verloren gehen, ja. Aber manche stehen plötzlich wieder neben Dir und Du bist froh, dass Du sie hast. Alte Freunde, neue Freunde, Missverständnisse oder Friede Freude Eierkuchen. Ich rede von Deinen Freunden. Freunde! Das sind Menschen, die Dich gern haben.
„Unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils“ heißt es vor Gericht. Wie viel eher solltest Du gnädig im Urteil über die Menschen sein, die Du gern hast und die Dich gern haben? Auch wenn Du sauer auf Deine Pappenheimer bist. Sie sind Deine Freunde. Egal was sie getan oder nicht getan, gesagt oder nicht gesagt, gedacht oder nicht gedacht haben – sie haben Dich gern und sie schätzen Dich, sie taten es nicht, weil sie Dich verletzen wollten.
Also hör auf, Mauern zu bauen. Fang wieder an zu laufen – direkt in die Arme Deiner Freunde. Bei wem hast Du Dich lange nicht mehr gemeldet? Wie wär‘s? Ruf doch mal an. Oder schreib. Einen Weihnachtsgruß zum Beispiel. Mal sehen, was passiert. Mir fallen viel zu viele Menschen ein, bei denen ich mich dringend melden muss. Ich nehme diesen zweiten Advent zum Anlass, meine Scheuklappen zur Seite zu schieben und mich umzusehen. Vielleicht reagieren nicht alle, vielleicht nur wenige. Na und? Es tut nicht weh, es zu versuchen. Vielleicht tust Du es mir ja gleich.
Trau Dich! Es lohnt sich schon, wenn einer von hundert sich zurückmeldet. Dann wirst Du zu einem derer, die man findet ohne zu suchen. Zu einem echten Weihnachtswunder.

In diesem Sinne:
Einen gesegneten 2. Advent!

Sincerely

the wingscriber pls sig