Welcome to my world.

Month: Oktober, 2017

„In Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit“

Dieses Zitat von Thomas Carlyle steht auf einem meiner Messemitbringsel und drückt am besten aus, weshalb dieser Messebericht etwas ausufern könnte. Meine „gewesene Zeit“ auf der Buchmesse wäre auch ein eigenes Buch wert. Es ist so viel passiert, von dem ich Euch berichten will.

Am schönsten sind all die Eindrücke, die mit besonderen Menschen verbunden sind. Und davon habe ich jede Menge getroffen – solche, die ich schon kannte und vermisst habe, und solche, die ich  neu kennenlernte und schon jetzt vermisse. Autorenkollegen und Blogger, meine tolle Agentur und mein neues Verlagszuhause, engagierte (für mich) neue Gesichter bei BoD und begeisterte Leser. Ich konnte so viele Gespräche führen, dass ich jetzt noch heiser bin. 🙂

Aber fangen wir am Anfang an. Am Mittwochmorgen. Um drei Uhr morgens, um genau zu sein. Als Emily – mein lieber Schützling von Author Wing – mich weckte, weil mein Wecker entweder geschwiegen oder hoffnungslos versagt hatte (kein Wunder, wo ich doch das letzte Mal gegen eins auf die Uhr gesehen hatte). Tags zuvor hatte mich mein verlässlicher Wegbereiter Flixbus von Berlin nach Leipzig gebracht und nun sollte Teil II folgen: Die Autofahrt nach Frankfurt. Unser Ziel: Bis zehn an der Messe zu sein. Wir waren kurz nach acht da. Und so aufgedreht, als könnten wir nicht ausgeruhter sein. Während der Autofahrt jagte ein guter Song den nächsten und im guten Gewissen, dass niemand zuhört, grölten wir so laut wie möglich mit (wir waren also zugegeben schon vor der Messe das erste Mal heiser).

Und dann kam kurz nach unserer Ankunft dieser erste besondere Moment. Der Moment, wenn das Piepen des Scanners Dir sagt: Du bist da, Willkommen auf der Buchmesse. Noch kurz zur Garderobe und einmal um die Ecke – durch die erste Tür direkt in Halle 3. Der Moment, der in Filmen damit beginnt, dass man in Großaufnahme die strahlenden Augen und das immer breiter werdende Grinsen der Protagonisten zeigt, um dann immer weiter rauszuzoomen und dem Zuschauer das zu präsentieren, was sie so glücklich macht: Bücher. Eine gigantische Halle voller Bücher. Eins neuer und schöner als das andere. Und das Wissen: Das ist nur eine Halle von vielen. Herrlich.

Es gibt nur ein Gefühl, dass diesen Moment zu dieser Zeit noch toppen konnte: Nur wenige Meter gerade aus und wir standen vor dem Stand von BoD – und damit vor unseren Büchern, die dort den Messetisch zusammen mit lauter anderen schönen Exemplaren zierten. Auf der weltgrößten Buchmesse durften meine Nafishurs stehen. Was für ein wahnsinns Gefühl. Danke fürs Möglich Machen, BoD! Wenn ich von „unseren Büchern“ spreche, dann liegt das übrigens daran, dass vor kurzem Emily’s erster Roman „Kontaminiert“ erschien und mich zur stolzen „Roman-Oma“ macht, denn irgendwie fühlt es sich so an, als hätte ich Emily bis hierher etwas… bemuttert. Aber ich schweife ab (allerdings habe ich Euch ja eben schon davor gewarnt)… Für Emily war vielleicht auch der beste Kaffee der Messe (am BoD-Stand) nach dieser irren Autofahrt ähnlich phänomenal, aber das Funkeln in ihren Augen, als sie ihr Kontaminiert stehen sah, sprach für sich: ihr ging es ganz genauso wie mir. 😉

Kurz nach unserer Ankunft habe ich mit meiner Agentur über ein neues Projekt gefachsimpelt und freue mich jetzt schon darauf, Euch bald davon zu erzählen, denn ich werde mit diesem Projekt meine Fühler in ein anderes Genre ausstrecken. Ein Genre, das ich eigentlich sogar noch mehr liebe als die Fantasy (ja, das geht – es ist schwer, aber möglich). Insider dürfen an dieser Stelle erste Hypothesen äußern. 😉 Darüber hinaus war der Mittwoch vor allem dafür da, die Messe kennenzulernen, den Lageplan mit allen wichtigen Standorten bei mir im Hinterkopf an die Wand zu pinnen (was ausgesprochen sinnvoll war, weil ich den Rest der Messe über für jedermann den Reiseführer spielen würde).

Am nächsten Tag habe ich mich mit meiner Lektorin von feelings, die ich endlich persönlich treffen durfte, über „Houston Hall – Schatten der Vergangenheit“ ausgetauscht. Das Cover steht und begeisterte feelings, bald wird sich herausstellen, ob es auch Euch Leser begeistern wird. Auch der Klappentext ist schon fertig und am Sonntag werde ich dann hoffentlich die letzte Lektoratsrunde abgeschlossen haben. Denn nun steht der Tag: Mein erstes Verlagsbuch wird am 02.01. erscheinen – als Ebook und Print on Demand. Darin werde ich Euch in das Schottland der 60er entführen – der 1960er und der 1660er und der 1760er… Hä? Lasst Euch überraschen von historischer Romantasy. 😉 Von einem etwas griesgrämigen Laird, der erst einem aufmüpfigen, geheimnisvollen Dienstmädchen begegnen muss, um wieder aufzutauen und nebenher das tragische Geheimnis um seine Familie zu lösen. Von schottischen Legenden und Fabelwesen, die lebendig werden, und vergangenen Geheimnissen, die ihre Schatten bis in die Gegenwart fallen lassen.

Im Anschluss an das Gespräch mit meiner Lektorin umrundete ich den schönen, orangenen Messestand (eher eine großzügige 3-Zimmer-Wohnung) von Droemer Knaur und entdeckte Sebastian Fitzek in der VIP-Lounge. Worüber wir uns unterhalten haben, werde ich Euch hoffentlich bald berichten können. Ich bin gespannt, was ihr zu unseren Plänen sagt – so sie gelingen.

Und dann war da noch das „kleine“ Bloggerinterview mit Kitterella, das leicht ausuferte. Statt geplanten 30 Minuten, plapperten wir gute zwei Stunden miteinander und hörten erst auf, als wir mit anderen Terminen kollidierten. Teilweise half nur der Videomitschnitt. Und das, wo ich noch nicht ein Video gesehen habe, auf dem ich nicht doof in der Weltgeschichte herumzappel und albern lache. Man darf gespannt sein!

Außerdem traf ich am Donnerstag auch zum ersten von so einigen Malen auf Ireen Bow. Es war ein riesen Spaß und ihr werdet staunen, wenn wir Euch (hoffentlich bald) berichten werden, was wir zwei uns gemeinsam ausgedacht haben. Ich gründe ja immer mal gern Dinge… Lasst Euch überraschen, worum es diesmal gehen könnte. 😉

Der Freitag ließ mich in Erinnerungen schwelgen und wieder zum Studenten werden. Es ist schön, dass sich meine verschiedenen Jobs so gut miteinander verknüpfen lassen. Ich hatte den Auftrag, Prof. Dr. Dr. hc mult Markschies auf dem Blauen Sofa des ZDF zu fotografieren. Er ist der Grund für meine schönsten Studienerinnerungen, denn er hat die spannendsten Exkursionen gemacht. Dank ihm konnte ich Kulturen und Bauwerke sehen, deren Anblick ich niemals vergessen werde. Bauwerke, die es heute wegen Terror und Fanatismus in Syrien nicht mehr gibt. Ich hätte damals, 2008, nicht gedacht, dass es meine letzte Chance sein würde, Palmyra, Aleppo und viele andere prächtige Orte und Städte zu fotografieren, zu sehen, zu erleben. Der Gedanke, dass diese unglaublich alte, schöne und denkwürdige Architektur zerstört wurde, macht mich unfassbar traurig. Der Gedanke, dass ich die Chance hatte, all das noch einmal zu sehen, macht mich dankbar. Am Messefreitag durfte ich meiner Dankbarkeit Ausdruck verleihen. „Aufbruch oder Katerstimmung?: Zur Lage nach dem Reformationsjubiläum“ heißt Professor Markschies neues Buch. Für Theologen wie ich so nebenbei auch einer bin, ist das eine berechtigte Frage – und vielleicht ja auch für Interessierte darüber hinaus.

Jenseits dieses kleinen Flashbacks hatte ich vor allem die Freude, viele liebe Menschen zu treffen. Endlich lernte ich Nadine von Outlander Germany persönlich kennen und auch dieser Tag wurde durch ein lustiges und schönes Bloggerinterview aufgewertet. Diesmal war es sogar ein „flotter Vierer“. Tamara brachte noch Stella mit und ich Emily und so gab es zwei Interviews für alle. Ich finde es immer wieder faszinierend, dass ich tatsächlich neue Fragen höre – egal wie viele Interviews kommen. Ihr seid so kreativ darin, uns Autoren aufs Neue zum Schwitzen zu bringen. Ich freue mich schon darauf zu lesen, was ihr aus unseren Antworten gezaubert habt.

Der Samstag war dann mein persönlicher Messehöhepunkt. Frühstück bei BoD, ein schönes Interview mit Buntes Tintenfässchen im schönsten Sonnenschein auf der Agora und dann am Nachmittag der Fantasyworkshop, den ich zusammen mit Laura Newman für und mit BoD in deren Workspace halten durfte. Thorsten Simon, der Pressesprecher von BoD, fragte uns aus über unsere Techniken und Erfahrungen beim Erschaffen und Schreiben von Fantasywelten. Dank Laura und hoffentlich auch ein kleines Bisschen meinetwegen war der Workspace mehr als gut gefüllt. Man kann mit Fug und Recht von einer Thrombose in den zwei umliegenden Gängen reden. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, sich den Fragen zu stellen und dadurch auch seine eigenen Techniken zu reflektieren. Ein großes Dankeschön für diese tolle Chance an BoD und auch an Laura, mit der dieser Workshop wirklich klasse funktioniert hat.

Direkt im Anschluss und auch im Workspace fand dann das Fantasy-Meet & Greet statt. Nun nicht mehr mit Laura, die bereits zum nächsten Termin eilen musste, sondern mit Mira Valentin, die frisch von ihrer Siegesfeier zu uns stieß. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle nochmal zum Kindle Story Teller Award, Mira! Ich habe mich sehr gefreut, dass dieses Meet & Greet auch mir die Chance gab, Dich, Mira, besser kennenzulernen. Ich habe so das Gefühl, dass das nicht unser letztes Zusammentreffen war. Es würde mich zumindest freuen, gemeinsam ein paar Pläne zu schmieden. Dein Energydrink hat mich übrigens als Nicht-Kaffee-Trinker echt über den Tag gerettet! Sehr lecker!

Ein zusätzliches Schmankerl war das anschließende Videointerview mit BoD. Ich bin gespannt, ob ich irgendetwas brauchbares von mir gegeben habe, dass vielleicht noch den Weg auf die BoD-Website finden wird.

Der Sonntag war schon am Morgen überschattet vom Der-letzte-Tag-Gefühl. Koffer packen, Unterkunft ein letztes Mal verlassen, Auto vollpacken, das letzte Mal die U-Bahn zur Messe nehmen… dem Violinisten in der U-Bahnstation der Messe eine Spende dalassen und sich ein letztes Mal bei der Security bedanken, die wacker tausende von Taschen täglich kontrolliert haben, der Garderobiere einen schönen, letzten Messetag wünschen und dann nochmal durch so viele Hallen wie möglich tigern. Überall stoppen, wo wir liebe Menschen getroffen haben, und nochmal das Gespräch suchen – einfach weils so schön war. Zum krönenden Abschluss noch ins Booktubertreffen platzen, ein Selfie mit Laura machen (in der Aufregung doch glatt am Samstag vergessen, aber Erinnerungen müssen sein) und direkt noch ein spontanes Videointerview mit Babsi geführt. Ich hoffe, Bild und Ton haben trotz Messechaos und Nachmittagssonne mitgespielt und es macht Euch Spaß, dann das fertige Video zu sehen.

Danach hieß es dann für uns auch direkt: Aufbruch – zurück in das andere Leben, das außerhalb der Buchmesse, wo die Zeit still steht und zugleich an einem vorbeirast. Es war eine grandiose Zeit und um so emotionaler war die Heimfahrt. Aber Moment. Ich habe Euch nur von der Messe selbst berichtet. Dabei hatte doch jeder Abend so seine ganz eigenen Highlights. Hier also noch ein „kleiner“ Einblick in unsere Abendgestaltung.

Mittwoch endete mit einem Pub’n’Pub nach einem Tag, der um 4 Uhr morgens nach knapp zwei Stunden Schlaf begann und einfach nicht enden wollte. Müde waren wir trotzdem nicht. Den Impuls für den Abend gab Frank Behrendt. Er sprach darüber, mutig und dankbar zu sein, etwas mehr Optimismus zu verbreiten und sein Leben zu nutzen und dabei zu genießen. Eine Einstellung, die ich nur begrüßen kann (solltet ihr meinen letzten Blogpost hier gelesen haben, könnten Euch Parallelen auffallen. Ich jedenfalls musste schmunzeln). Danach war dann das Pub-Dasein angesagt und im Nu hatte sich um uns eine kleine Traube gebildet und wir redeten über alles – von unseren Büchern bis hin zu Weltpolitik, vom peinlichen Urlaubserlebnis bis hin zum Bildungssystem. Leander Wattigs Pub’n’Pub ist in meinen Augen die schönste Art, sich in der Literaturwelt zu vernetzen und wer’s noch nicht erlebt hat, sollte das dringend ändern.

Donnerstag wollten wir es mit einer Krimilesung im Institut für Rechtsmedizin ruhig angehen lassen. Nach dem langen Messetag mussten wir uns aber eingestehen, dass das Ganze etwas zu ruhig war. Und so zogen wir dann um – in eine Trattoria. Auch dort hieß es wieder: tolle neue Kollegen kennenlernen, reden bis die Stimme aufgibt und in meinem Fall: Massagen verteilen. Nach all den Eindrücken während der Messe war der Abend herrlich erholsam – bis auf zwei rasante Taxifahrten zur Lesung und dann wieder fort. Man kann ohne zu übertreiben behaupten: Wenn vier Autoren es eilig haben, wird auch eine Taxifahrt zu einem Erlebnis. Vor allem, wenn trotz Smartphone keiner in der Lage ist, die korrekte Adresse zu nennen. Es gab definitiv einen runden Spannungsbogen: Zeitdruck, die Jagd nach einem freien Taxi, die Aufregung, das Auf die Straße Springen, um eines anzuhalten. Dann der erste Twist: Wir haben es eilig, aber wohin wollen wir überhaupt? Rasch darauf die Lösung: Slawivka tritt als weise Instanz in letzter Sekunde auf und weist uns den Weg. Eine wilde Hatz gegen die Zeit beginnt. Wir erreichen unser Ziel – beinah pünktlich. Die Vorfreude ist groß und gespannt betreten wir den mit eingelegten Hirnen und Mägen dekorierten Hörsaal. Und dann Twist zwei: Die Lesung ist nicht, was wir erwarteten. Die kleine Reise war vergebens. Unser Ziel wird neu gesetzt, die Route neu berechnet: Spaghetti, wir kommen!

Am Freitag hatte ich eigentlich eine kleine Fototour durch Frankfurt geplant. Sie wurde dann noch kleiner, als ich spontan mit Emily zur Party der Independents (Hot List 2017) ins Literaturhaus ging. Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht so sehr der Partymensch als mehr jemand für gepflegte Konversation bin. Aber zum Glück konnten wir im Literaturhaus beides bekommen – vor allem wenn man Tanja Steinlechner vom Schreibhain begegnet. Ich habe lange nicht mehr so viel gelacht wie an diesem Abend. Und das schönste waren unsere Spaziergänge am Main entlang zur Location und später wieder nach Hause. So kam ich dann auch zu meiner Fototour. 🙂

Der Samstag war so ereignisreich, dass wir irgendwie das Essen vergessen haben (gut, an den anderen Tagen war das auch nicht wirklich anders, aber der Samstag ist eben der Messesamstag und jeder, der schon mal an einem Messesamstag auf einer Messe war, weiß, was ich meine). Dementsprechend zogen wir mit zwei weiteren reizenden Kolleginnen – Mira Mart und Cara Mattea – in Frankfurts Kaiserstraße um kaiserlich zu speisen… und letztlich in einem Burgerladen zu landen. Noch nie hat ein Burger so gut geschmeckt wie an diesem Tag. Was möglicherweise auch am extremen Hunger gelegen haben könnte. Wir blieben, bis die Stühle auf die umliegenden Tische gestellt wurden und uns immer deutlicher wurde, dass die Belegschaft endlich Feierabend machen wollte (hatten wohl auch einen langen Tag). Wir tauschten uns aus über die Vor- und Nachteile von Verlagen und Selfpublishing, klagten uns unser Leid rund ums Schreiben und Lektorieren und schoben uns möglichst zeitgleich mehr Pommes und Burger rein.

Als dann der Sonntagabend kam, war die Messe plötzlich vorbei – und wir schon fast wieder in Leipzig (meine liebe Emily hatte mich ab dort mitgenommen, so dass ich diesmal keine ganz so lange Flixbusfahrt hatte). Dementsprechend konnten wir die ganze Fahrt über in Erinnerungen schwelgen, abwechselnd Lachen vor Freude und Wimmern, weil nun schon wieder alles vorbei war. Wochenlang bereiteten wir uns vor, schufen Leseproben und andere Give Aways, planten Termine und freuten uns auf die Zeit – und dann ist alles so schnell vorbei. Wenn man dann so in seinen Messeblues verfällt, ist es schön, jemand gleichgesinnten neben sich zu wissen. Gemeinsam „leiden“ ist doch schöner als allein. Und zum krönenden Abschluss lagen wir im Garten hinter Emilys Zuhause auf dem Boden und sahen synchron mit meiner Kamera auf die Milchstraße – natürlich nicht, ohne direkt neue Buchideen zu produzieren. Was für eine schöne Zeit.

Und an dieser Stelle will ich mich nochmals bei allen bedanken, die diese Buchmesse für mich zu so einem einzigartigen Erlebnis gemacht haben. Wen genau ich dabei im Sinn habe, wird wohl aus dem kleinen Roman hier deutlich genug. Ich danke Euch und ich freue mich schon jetzt auf unser Wiedersehen auf der BuchBerlin, der German Comiccon in Dortmund, der Leipziger Buchmesse und all den anderen Events, die dann 2018 auf uns warten!

Und danke auch an Euch fleißige Blogleser, die ihr bis hierher durchgehalten habt. Um diesen Bericht nicht noch länger zu machen, belasse ich es an dieser Stelle dabei. Bald aber werde ich Euch mehr zu Houston Hall – Schatten der Vergangenheit berichten können, Euch mein Cover zeigen können und die nächsten Eventankündigungen mit Blick auf die BuchBerlin und die nächste German Comiccon vom Stapel lassen. Außerdem stehen noch einige Bloggerinterviews aus, die wir digital nachholen, weil die Messezeit einfach nicht für alle reichte. Und sonst so? Neue Missions, neue Fotos, Weihnachtsüberraschungen und neue News. Freut Euch drauf und genießt das herrliche Herbstwetter!

Sincerely

P.S.: Ach Du Schande, ist das lang geworden! Ich hätte vielleicht einen Zweiteiler draus machen sollen. 😉 Tut mir leid.

Etwas Optimismus bitte

Jedes Mal, wenn ich die Nachrichten sehe oder eine Dokumentation, schelte ich mich dafür, nicht dankbar genug zu sein. Nicht alles in meinem Leben läuft rund. Und mir würde sofort jede Menge einfallen, dass mir zu schaffen macht. Und doch. Ist das nicht klagen auf hohem Niveau?

Es gibt genug schlechte Nachrichten auf der Welt. Genug, das uns den Tag verderben kann. Vielleicht ist es an der Zeit, auch etwas Gutes in die Welt hinaus zu rufen. Zu überlegen, was gut ist, was gelingt, was funktioniert, obwohl es eben nicht selbstverständlich ist. Ich habe lange keinen Sonntagsgedanken mehr geschrieben und vielleicht ist es mal wieder Zeit dafür.

Ich habe mir nun jedenfalls das Ziel gesetzt, positiver auf mein Leben zu sehen. Und dazu gehört aktuell meine Heimat Berlin. Gerade von Xaver ordentlich auf den Kopf gestellt, gescheitert im Öffi-Verkehr und regelmäßig in den Nachrichten für all das, das hier nicht funktioniert, nicht fertig gebaut wird, nicht so ist, wie es sein soll. Berlin ist laut, unfreundlich und eine permanente Baustelle? Ich finde, Berlin ist lebendig, ehrlich und der Inbegriff von Wandel und Erneuerung. Ich mag diese so andere Weltstadt. Ich mag es, ihren Puls zu fühlen. Berlin ist eine Stadt der Gegensätze. Alt und modern, laut und leise, grün und bebaut. Vom gläsernen Riesen Sonycenter kann man das alte Brandenburger Tor sehen. Vom Berliner Dom ist es nur ein Katzensprung zum Fernsehturm. Kirchen, Synagogen und Moscheen sind Oasen der Ruhe im Trubel der Großstadt. Auf jeden Betonklotz kommt ein ebenso großer Park, Wald oder See. Ich liebe es, wie man im Brustton der Überzeugung von Müggelbergen, Teufelsberg und Kienberg spricht – auch wenn ab dem Harz abwärts niemand in diesen „Bergen“ auch nur Hügel sehen würde. Ich mag die Schlagfertigkeit von Busfahrern und die Allwissenheit der Taxifahrer. Ich mag die Musiker in den Ubahnen, die den Soundtrack zu meinem Alltag spielen, und den Laierkastenspieler, der mich beim Heimkommen in Köpenick empfängt. Ich genieße es, nur mit einem BvG-Ticket eine Weltreise machen zu können, weil jeder Stadtteil wie eine ganz eigene Stadt in einem eigenen Land ist. Wie jeder Kiez so unglaublich individuell ist – wie eine eigene Welt.

Berlin ist ein ganz besonderer Flecken Erde mit ganz besonderen Menschen. Geradeheraus. Stur. Humorvoll – wenn man den gleichen Humor hat. Ich bin dankbar, hier zu sein. Ich bin dankbar für den täglichen Wahnsinn, der sich hier Alltag nennt. Ich bin dankbar für das Leben, das mich hier umwirbelt, ohne an mir Anstoß zu nehmen. Ich bin dankbar für all die Originale, die mein Leben und damit auch meine Geschichten bereichern – einfach nur, weil sie mir begegnen. Fremde werden zu Fremden mit Lebensgeschichten und manchmal sogar zu Freunden.

Berlin, ick liebe Dir.

Sincerely

Nach der Comiccon ist vor der Buchmesse

Vor einer Woche um diese Zeit hieß es Halbzeitpause für die German Comic Con in Berlin. Ein ereignisreicher Tag lag hinter uns. Und wenn man den Freitag als Aufbau-Tag mitzählt, dann sogar zwei. „Uns“, das meint in diesem Fall ein weiteres Mal meine Mutter und mich. Sie scheint langsam auf den Geschmack zu kommen, was Conventions angeht.
Ich genieße diese ganz besonderen Wochenenden im Jahr auch immer in vollen Zügen. Danach würde ich zwar am liebsten Urlaub machen, aber es lohnt sich. Jedes Mal treffe ich Freunde wieder und entdecke neue. Sei es Sven, der Supervisor an der Comicstage, der immer gut gelaunt war und für jedes Problem eine Lösung fand, oder unsere Freunde von Deleted Scenes, die wir eigentlich auf jeder Comic Con treffen. Mein Mitbringsel ist der supersüße Adventskalender von Melanie Stoll. Ich liebe ihre Illustrationen. Überhaupt ist es inspirierend, unter so vielen anderen kreativen Köpfen zu sein und zu begreifen, dass es noch mehr Menschen gibt, die so verrückt sind, wie man selbst. Auch wenn für Streifzüge durch die Artist Alley für uns Künstler eigentlich nur morgens vor dem ersten Ansturm und am Abend nach Auszug der Besucher Zeit bleibt.

Mein persönliches Highlight war in diesem Jahr mein Workshop. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich hätte nie damit gerechnet, dass es so viele in den Workshopraum treiben würde, bei all den tollen Ablenkungen in den Messehallen. Wir merkten gar nicht, wie die Zeit vergeht und ich habe festgestellt, dass ich für eine Autorin ziemlich viel am Stück reden kann – und will. Zum Glück schienen meine Zuhörer wach, neugierig und gut unterhalten zu sein. Zumindest habe ich niemanden schnarchen gehört.
Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass mir Workshops und Vorträge viel Spaß machen und ich dringend mehr davon brauche. Ich bin selbst noch am Anfang, aber vielleicht erinnere ich mich ja auch gerade deshalb noch sehr gut daran, wie dankbar man für jeden Rat und Hinweis ist und wie schön es ist, wenn man vor Fallstricken und Fehlern gewarnt wird, bevor es zu spät ist.

Aufregend war natürlich auch die Lesung am Sonntag auf der Comicstage. Vor allem vorher. Denn sie musste mit dem Game of Thrones-Panel mithalten. Ich hatte ehrlich mit einem durch Abwesenheit glänzenden Auditorium gerechnet. Aber auch bei meinem zweiten Auftritt wurde ich überrascht. Trotz Panel und Schwertkämpfen und vielen anderen Ablenkungen ließen mich meine Leser und zukünftigen Leser nicht im Stich. Zum zweiten Mal habe ich zur Belohnung ein Stück aus den zweiten Bänden von Nafishur vorgelesen. Yngwie, mein Feuerdrache von den Dragonfairy’s, hat mich wieder begleitet und für mich mitgelächelt. Ich konnte ihn zum Glück davon überzeugen, weder meine Zuhörer noch meine Bücher in Brand zu setzen.

Wenn ich nicht gerade unterwegs war, dann war ich an meinem Stand zu finden – zwischen Mini-Heldinnen und meinem Tiger. Ich hab gezeichnet, signiert, Bücher verteilt und Fragen beantwortet wie „Wie lange brauchst Du für so eine Zeichnung?“. Ich habe die ganze Woche gebraucht, um wieder vernünftig reden zu können. Über das Leben auf einer Con oder Messe hinwegzuschreien ist gar nicht so einfach (darüber hinweg seine Besucher zu verstehen, übrigens auch nicht). Aber ich habe mich über jeden gefreut, dass Muffin mampfend bei uns stehen blieb, um in meinem Portfolio zu blättern, mit beim Zeichnen zuzusehen oder mehr über meine Bücher zu erfahren. Am schönsten war immer wieder der Moment, in dem neue Leser eine der Besonderheiten meiner Bücher entdeckten. Wann immer ich beide Bücher nahm und Rücken an Rücken aneinanderlegte, während ich die zwei Sichtweisen erklärte, schossen die Brauen zusammen mit den Mundwinkeln nach oben. Und wann immer ich im Laufe der kommenden Wochen fluchen werde, weil es einfach aufwändiger ist, zwei Bücher parallel zu schreiben anstelle von einem, werde ich mich an diese staunenden Gesichter erinnern. Eine tolle Motivation! Danke dafür! 🙂

Wie schon im letzten Jahr war ich kurz versucht, mein Traum- und Wunschauto schlecht hin zu … leihen. Einen schwarzen, „leicht“ modifizierten Pontiac Firebird Trans Am – natürlich nur, wenn zu den Modifizierungen auch K.I.T.T. gehört. Ja, ich habe Knight Rider gesehen. Ja – ausschließlich wegen des Autos. Wie kann man diesen Wagen nicht haben wollen? Ich bin mir sicher, K.I.T.T. würde mir zustimmen, dass es kein besseres Fahrzeug gibt. Im letzten Jahr hatte ich noch keinen Führerschein. In diesem Jahr war die Versuchung ergo noch größer. Aber nein, ich fahre immer noch mit den Öffentlichen (und das habe ich vorgestern, während Xaver Berlin verwüstete, bitter bereut).
Nun ist die Comic Con vorüber, doch die nächste wartet schon am Horizont. Ja, ich werde auch auf der German Comic Con in Dortmund zu finden sein und hoffe, den einen oder die andere dort wiederzusehen oder neu kennenzulernen. Aber bevor es nach Dortmund geht, steht noch Frankfurt an. Ab Mittwoch werde ich mit meinem lieben Ex-Schützling Emily auf der Frankfurter Buchmesse unterwegs sein. Dann lerne ich ein paar Gesichter kennen rund um mein erstes Verlagsbuch, treffe meine reizenden Agentinnen und werde Teil eines coolen Fantasy-Workshops am BoD-Stand (Halle 3, Stand K16) sein – gemeinsam mit meinen lieben Kolleginnen Mira Valentin und Laura Newman. Im Anschluss werde ich auch noch beim Meet&Greet sein.

Hier für Euch zur Übersicht:

15.00 – 15.45 Uhr: „Genre schreiben: Fantasy – Tipps für Autoren”

16.00 – 16.45 Uhr: „BoD Bookdate: Fantasy”

Wir freuen uns auf Euch und die ganze Messe! Ich werde auch trotz Bitte um kleine Taschen so viele Leseproben, Lesezeichen und Co wie möglich dabei haben – und vielleicht sogar ein paar Bücher. Das kommt auf das Fassungsvermögen meines Koffers an (und darauf, ob ich wieder bereits im Bus meine Bücher loswerde wie auf meiner Fahrt nach Leipzig im Frühjahr).

Und nun werfe ich mich wieder ins Lektorat zu Houston Hall. Schatten der Vergangenheit, um nach der Messe endlich wieder Zeit für Nafishur zu haben und Euch zum Jahreswechsel mit vielen neuen Geschichten erfreuen zu können. Bis bald!

Sincerely

Olympus PlaygroundP.S.: Für die von Euch, die mir eher wegen meiner Kunst als wegen meiner Bücher folgen: Ich war auch jenseits des Schreibens und Con-Besuchens fleißig. Am Wochenende vor der Con habe ich mit zwei Models im Olympus Playground gespielt. Es war ein köstliches Spektakel – wenn man vom Schlange Stehen im Regen absieht. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Schaut doch mal bei den Resultaten vorbei:

Und wen auch das nicht reizt. Auch gezeichnet habe ich. Und am Rad gedreht. Am Zahnrad. Victor Mids und sein Mindf*ck/Mindmagic haben mich zu einem verrückten Bild inspiriert. Am verrücktesten aber war, dass ich ihn prompt in Berlin traf – leider, als mein Bild noch nicht fertig war. Zu schade. Was haltet ihr von der Zeichnung? Auch ein Mindf*ck? 😉